Aktualisiert 07.01.2008 14:25

Ist die Schweiz ein Paradies für Katzenmetzger?

Politiker fürchten, die Schweiz könnte zur Drehscheibe für den Handel mit Katzenfellen werden. Über 50 000 Tierfreunde fordern ein Handelsverbot.

Ab Januar 2009 ist in der EU jeglicher Handel mit Katzenhäuten verboten. «Dann ist die Schweiz das einzige Land in Europa, das die Herstellung und den Export von Katzenfellen erlaubt», sagt der Genfer CVP-Nationalrat Luc Barthassat.

Er fürchtet, dass unser Land zur Drehscheibe für die Häute von Tigerli und Co. werden könnte. Denn der Volksglaube, Katzenfelle linderten Rheuma, ist weit verbreitet. Wie viele Katzen in der Schweiz jährlich gemetzget werden, ist unklar – laut den Gerbereien ist die Zahl verschwindend klein, laut Tierschützern sind es Zehntausende. Bei rund 1,35 Millionen Katzen in der Schweiz würde das nicht gross auffallen.

Barthassat hat eine Motion für ein totales Katzenfell-Handelsverbot eingereicht. Unterstützt wird seine Forderung von Tierfreunden im In- und Ausland: Eine Petition der Tierschutzorganisation SOS-Chats haben bisher weltweit 51 688 Personen – darunter Ex-Formel-1-Star Michael Schumacher und Ex-Miss Lauriane Gilliéron – unterschrieben. Die Schweizer Katzenmetzger haben schon in ausländischen Medien für Aufsehen gesorgt – etwa in der «London Times».

Gaudenz Looser

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