Sicherheitslücken : Veraltete Videokameras, keine Updates – so schlecht stehts um die IT der Armee

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Sicherheitslücken Veraltete Videokameras, keine Updates – so schlecht stehts um die IT der Armee

Die Videokameras der Schweizer Armee sind veraltet und anfällig für Hackerangriffe. Zu diesem Schluss kommt ein interner Untersuchungsbericht.

von
Dominik Fischer
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Die meisten Überwachungskameras der Schweizer Armee genügen den Sicherheitsstandards nicht. 

Die meisten Überwachungskameras der Schweizer Armee genügen den Sicherheitsstandards nicht. 

IMAGO/Panthermedia
Das geht aus einem Untersuchungsbericht des Verteidigungsdepartements (VBS) hervor. 

Das geht aus einem Untersuchungsbericht des Verteidigungsdepartements (VBS) hervor. 

20min/Sébastien Anex
In Zukunft soll an jedem Standort die Verantwortlichkeit im Bereich Datenschutz geklärt und die IT-Sicherheitsstandards verbessert werden. 

In Zukunft soll an jedem Standort die Verantwortlichkeit im Bereich Datenschutz geklärt und die IT-Sicherheitsstandards verbessert werden. 

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • In der Cyber-Sicherheit der Schweizer Armee gibt es Sicherheitslücken.

  • So seien Videokameras veraltet und nicht ausreichend vor Hackerangriffen geschützt.

  • Nun leitet das Verteidigungsdepartement Schritte ein, um dies zu ändern. 

Die Schweizer Armee setzt Videokameras ein, um ihre Gebäude und Anlagen zu überwachen. Gemäss einem internen Untersuchungsbericht des Verteidigungsdepartements (VBS) sind die Kameras jedoch veraltet und nicht ausreichend vor Hackerangriffen geschützt. Gemäss dem von Viola Amherd in Auftrag gegebenen Bericht vernachlässige die Armee ihre IT-Sicherheit, wie das SRF berichtet.

«Die IT-Sicherheitsdokumente liegen mehrheitlich nicht oder nur in ungenügend dokumentiertem Umfang vor», heisst es unter anderem. Ein weiteres Problem: Wie viele Kameras gemäss den Sicherheitsstandards ungenügend sind, ist unklar. Denn gemäss dem Bericht fehlt es an einer gesamtheitlichen Übersicht. Die stichprobenhafte Untersuchung ergab jedoch, dass die technischen Standards an den meisten Standorten «nicht vollumfänglich erfüllt» würden. 

Schwachstellen werden nur unregelmässig überprüft

«Die eingesetzten Überwachungsmittel werden nicht an allen Standorten regelmässig auf öffentlich bekannte Schwachstellen hin überprüft und mittels Software-Updates aktualisiert», heisst es in dem Bericht. Die meisten der Kameras seien schon seit mehr als zehn Jahren in Betrieb.

Ausserdem gäbe es in der Armee Unklarheiten in Bezug auf Datenschutz: So sei nicht geregelt, wie lange das Bildmaterial der Kameras aufbewahrt werden muss und wer darauf zugreifen und es bearbeiten darf. Das VBS empfiehlt nun ein Inventar aller Videoüberwachungsanlagen. Ausserdem soll in Zukunft die Verantwortlichkeit im Bereich Datenschutz an jedem Standort geklärt und die IT-Sicherheitsstandards verbessert werden.

Vor wenigen Tagen hatte eine Schweizer Hackerin für Aufsehen gesorgt, indem sie die Flugverbotsliste der USA knackte und veröffentlichte. Der Fall wirft die Frage auf, wie gut es um den Schutz der Schweizer Behörden vor Cyberangriffen bestellt ist. 

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