Beste Defensive in ganz Europa - Ist die Schweizer Nati jetzt das heisseste Team an der WM in Katar?
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Beste Defensive in ganz EuropaIst die Schweizer Nati jetzt das heisseste Team an der WM in Katar?

Bis zur WM 2022 geht es noch etwas mehr als ein Jahr. Für ein erfolgreiches Abschneiden der Schweizer Nati im Wüstenstaat gibt es aber schon jetzt einige gute Argumente.

von
Florian Gnägi
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Yann Sommer kassierte in der ganzen WM-Quali-Kampagne nur zwei Gegentore.

Yann Sommer kassierte in der ganzen WM-Quali-Kampagne nur zwei Gegentore.

Martin Meienberger/freshfocus
Noah Okafor jubelt zusammen mit Xherdan Shaqiri. Der Salzburg-Stürmer überzeugte gegen Italien und Bulgarien.

Noah Okafor jubelt zusammen mit Xherdan Shaqiri. Der Salzburg-Stürmer überzeugte gegen Italien und Bulgarien.

Martin Meienberger/freshfocus
Auch Ruben Vargas ist einer der jungen Offensivjuwelen, die Hoffnung auf eine starke Schweizer WM in Katar machen.

Auch Ruben Vargas ist einer der jungen Offensivjuwelen, die Hoffnung auf eine starke Schweizer WM in Katar machen.

Martin Meienberger/freshfocus

Darum gehts

  • Seit Montag ist klar, dass die Schweiz an die WM in Katar fährt.

  • Wir stellen drei Aspekte vor, warum die Nati zurzeit so stark ist.

  • Besonders bemerkenswert ist dabei, wie wenig Gegentore die Schweiz in der WM-Quali kassierte.

Die wenigsten Gegentore in ganz Europa

Beim sensationellen 4:0-Erfolg der Schweiz gegen Bulgarien konnte sich die prächtig aufgelegte Offensive rund um Captain Xherdan Shaqiri so richtig in Szene setzen. Dabei geht fast vergessen, dass das Prunkstück der Nati eigentlich die Defensive ist. Kein Team in Europa kassierte in der WM-Quali weniger Gegentreffer als die Mannschaft von Murat Yakin. Bloss Ludogorets-Mittelfeldspieler Kiril Despodov bezwang Yann Sommer beim Hinspiel der Bulgaren in Sofia, sowie Napoli-Verteidiger Giovanni Di Lorenzo beim Heimauftritt der Italiener letzten Freitag in Rom.

Der Europameister ist auch die einzige Nation, welche neben der Schweiz die Quali-Kampagne mit nur zwei Gegentoren abschloss. Nur reichte das bekanntlich nicht für das direkte WM-Ticket. Von den bereits qualifizierten Teams hielt lange Dänemark den Laden dicht und blieb in den ersten acht Partien ohne Gegentor. Erst im zweitletzten Spiel gegen die Faröer platzte der Traum von der weissen WM-Quali-Weste in der 89. Minute. Im abschliessenden Match in Schottland kassierte der dänische Keeper Kaspar Schmeichel dann weitere zwei Treffer.

Die jungen Wilden in der Offensive

Nicht wenige Beobachter befürchteten, dass der Schweiz die vielen verletzten Spieler in der Offensive im Quali-Endspurt zum Verhängnis werden. Doch anstelle der arrivierten Angreifer um Haris Seferovic und Co. traten plötzlich junge, extrem motivierte Akteure wie Ruben Vargas oder Noah Okafor in Erscheinung. Der Salzburg-Söldner Okafor stand vor dem letzten Zusammenzug nur beim Nations-League-Finalturnier gegen England 2019 sieben Minuten für die Nati auf dem Platz und fügte sich gegen Italien und Bulgarien nahtlos ins Team ein. Der 21-Jährige begeisterte mit Tempo und Dribblings, belohnte sich dazu wie Vargas gegen die Bulgaren mit einem Tor für eine tolle Leistung.

Dazu wusste auch Cedric Itten zu überzeugen und erzielte nach seiner Einwechslung ebenfalls einen Treffer, bereits sein vierter im erst siebten Länderspiel. Nati-Coach Murat Yakin vertraute in den beiden letzten Quali-Spielen mit Andi Zeqiri und Kastriot Imeri als Einwechselspieler zudem auf weitere junge Talente, die den Druck auf die Stammkräfte hochhalten. Im Hinblick auf die WM könnten für Yakin auch andere Akteure wie Dan Ndoye und Becir Omeragić zum Thema werden, der sich bei der U-21-Nati und beim FC Basel für höhere Aufgaben empfiehlt.

Und nicht zu vergessen der aktuell verletzte Breel Embolo, der in den vergangenen Monaten sowohl im Nati-Trikot wie auch für Mönchengladbach für Furore sorgte und etwa Bayern München im Dfb-Pokal fast im Alleingang abschoss. Nicht wenige Experten trauen ihm noch viel mehr zu – sofern er verletzungsfrei bleibt.

Das Team ist der Star

Im Gegensatz zu Nationen wie beispielsweise Polen mit Robert Lewandowski oder Portugal mit Cristiano Ronaldo fokussiert sich bei der Schweiz nicht alles auf den einen Superstar. Gerade durch die aktuelle Absenz von Stammspielern wie Captain Granit Xhaka oder den Stürmern Haris Seferovic und Breel Embolo mussten andere Spieler Verantwortung übernehmen. Denis Zakaria zeigte mit starken Leistungen gegen Italien und Bulgarien, warum halb Europa hinter ihm her ist. Silvan Widmer stellte bei der Partie in Rom seine fantastische Form unter Beweis, während Xherdan Shaqiri in Rom Widmers Treffer einleitete und dann in Luzern bei seinem 100. Länderspiel von den bulgarischen Gegenspielern kaum zu stoppen war.

Auffallend war gegen Bulgarien auch, wie geschlossen die Mannschaft wirkte und wie beim 4:0 von Remo Freuler gleich mehrere Mitspieler mit dem Atalanta-Star mitjubelten. Ein intakter Teamgeist hat schon bei vielen Mannschaften an einer EM oder WM für einen Lauf gesorgt, der sie weit durch das Turnier trug. Wer weiss, vielleicht trägt dieser Spirit die Schweizer Nati in Katar sogar noch weiter als bis in den Viertelfinal, wo die Nati bei der letzten EM erst von Spanien gestoppt wurde.

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