Mutante AY.3 - Ist diese Coronavirus-Variante noch ansteckender als Delta?
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Mutante AY.3Ist diese Coronavirus-Variante noch ansteckender als Delta?

In den USA breitet sich eine neue Delta-Variante aus. Auch in Europa gibt es schon Fälle. Während einige Forschende ihretwegen zur Vorsicht mahnen, zeigt man sich beim BAG entspannt.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Die derzeit dominierende Delta-Variante hat mehrere Unterarten. Eine davon ist die Mutante AY.3. 

Die derzeit dominierende Delta-Variante hat mehrere Unterarten. Eine davon ist die Mutante AY.3.

CDC/PD
Diese breitet sich vor allem im Mittleren Westen und in den Südstaaten der USA aus. 

Diese breitet sich vor allem im Mittleren Westen und in den Südstaaten der USA aus.

Wikimedia Commons/Neonstar/CC BY-SA 3.0
Demnach gehen in Mississippi etwa bereits 45 Prozent der Neuinfektionen auf diese Delta-Subform zurück,

Demnach gehen in Mississippi etwa bereits 45 Prozent der Neuinfektionen auf diese Delta-Subform zurück,

Unsplash

Darum gehts

  • Mitten in der vierten Pandemie-Welle machen Berichte von einer neuen Virusvariante die Runde.

  • Einige Forschende befürchten, sie könne noch ansteckender als die Delta-Mutante sein.

  • Andere sehen dafür keine Anhaltspunkte, mahnen aber dennoch zur Vorsicht.

  • Auch in der Schweiz wurde AY.3 schon nachgewiesen.

Das Coronavirus mutiert weiter: Nach Alpha, Beta, Gamma und Delta sowie einigen weniger bekannten Varianten ist mit AY.3 nun eine weitere Mutante aufgetaucht. Dabei handelt es sich um eine Unterart (siehe Box) der derzeit auch in der Schweiz dominanten Delta-Variante, die deutlich ansteckender ist als frühere Sars-CoV-2-Formen.

Die Delta-Familie

Bei AY.3 handelt es sich aber um eine weitere Subform von Delta – insgesamt gibt es derer dreizehn, die alle unter dem Namen Delta Plus zusammengefasst werden. In der Virusvarianten-Übersicht des Bundesamts für Gesundheit BAG werden sie unter «Delta» zusammengefasst. Die Unterformen haben miteinander gemein, dass sie über eine zusätzliche Mutation des Spike-Proteins verfügen, die auch in den beiden Corona-Varianten Beta und Gamma zu finden ist. Sie stehen unter Beobachtung.

Zu beobachten ist die Ausbreitung von AY.3 vor allem im Mittleren Westen und in den Südstaaten der USA. Demnach gehen in Mississippi etwa bereits 45 Prozent der Neuinfektionen auf diese Delta-Subform zurück, in Missouri sind es 43 Prozent. Dies zeigen Daten der US-Seuchenbehörde CDC. Auch in Europa wurden bereits Fälle verzeichnet: In Grossbritannien, Israel, aber auch in Deutschland. Dort liegt der Anteil bei 3,4 Prozent, wie heute.at schreibt.

Geteilte Meinungen

Unklar ist derzeit, welches Risiko von AY.3 ausgeht. Während SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter mutmasst, dass die Variante noch ansteckender als die Delta-Variante sein könnte, notiert Christina Pagel, Professorin am University College London – ebenfalls auf Twitter: «Es gibt keinen aktuellen Beweis, dass AY.3 schlimmer als Delta ist.»

Dennoch mahnt sie zur Vorsicht: Insgesamt wisse man also noch sehr wenig über AY.3. Die Variante «könnte übertragbarer sein als Delta, es könnte immunausweichender sein.» Dies könnte aber auch Zufall sein. Dennoch: «Wir haben das schon einmal gesehen und sollten daher mehr über die Variante in Erfahrung bringen.»

«Keine Hinweise auf biologische Unterschiede zu anderen Delta-Varianten»

Gemäss der Varianten-Übersichtsseite covSPECTRUM wurde AY.3 bislang drei Mal in der Schweiz nachgewiesen: Mitte Juli, in den Kalenderwochen 28 und 29. Seither nicht mehr. Entsprechend entspannt zeigt man sich auch beim Bundesamt für Gesundheit BAG. «Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass es relevante biologische Unterschiede zu den anderen Delta-Varianten gibt», so Sprecher Daniel Dauwalder. Daher gebe es wenig Anhaltspunkte dafür, «dass AY.3 eine grössere Gefahr darstellt als die anderen Varianten der Delta-Familie.»

So sieht man es auch bei der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE). Laut einem Briefing vom 20. August ist bei der Variante weder von höherem Transmissionsrisiko noch von stärkerem Einfluss auf den Impfschutz auszugehen. Einem Freifahrtsschein kommt dieses Urteil jedoch nicht gleich. Schliesslich ist die Viruslast bei einer Infektion mit der klassischen Delta-Mutante bereits bis zu 1000 Mal höher als bei früheren Varianten. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Erkrankungs- und Sterberisiko höher ist.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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