21.02.2019 07:33

Falsche Botschaft

Ist dieser Kapuzenpulli wirklich «nur Mode»?

Ein Model beanstandet einen Hoodie von Burberry, der eine Henkerschlinge um die Kapuze hat. Der Firmenchef nimmt Stellung.

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Dieser Kapuzenpulli von Burberry hat statt des üblichen Zugbandes in der Kapuze eine geknotete Schlinge, die an einen Henkersknoten erinnert.

Dieser Kapuzenpulli von Burberry hat statt des üblichen Zugbandes in der Kapuze eine geknotete Schlinge, die an einen Henkersknoten erinnert.

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Model Liz Kennedy ist das Kleidungsstück ein Dorn im Auge.

Model Liz Kennedy ist das Kleidungsstück ein Dorn im Auge.

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«Selbstmord gehört nicht in die Mode», schrieb Kennedy am 18. Februar 2019 in einem langen Beitrag auf Instagram.

«Selbstmord gehört nicht in die Mode», schrieb Kennedy am 18. Februar 2019 in einem langen Beitrag auf Instagram.

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Das Luxuslabel Burberry hat sich einen modischen Fauxpas geleistet. Model Liz Kennedy kritisierte die Firma für einen Kapuzenpulli, den Burberry am Sonntag an der London Fashion Week vorgestellt hatte.

Das Kleidungsstück hat statt des üblichen Zugbandes in der Kapuze eine geknotete Schlinge, die an einen Henkersknoten erinnert. «Selbstmord gehört nicht in die Mode», schrieb Kennedy in einem langen Beitrag auf Instagram.

Kollektion für junge Kunden

Der Hoodie ist Teil der Kollektion «Tempest» von Burberry. Diese sei «der rebellischen Jugend von heute» gewidmet, hatte Burberrys Kreativdirektor Riccardo Tisci im Vorfeld erklärt. Liz Kennedy, die den Pulli selber nicht an der Show trug, fand ihn allerdings alles andere als «glamourös und trendig».

«Wie konnte jemand so etwas übersehen und meinen, es sei in Ordnung. Insbesondere bei einer Kleiderlinie, die sich an junge Leute richtet?», ärgerte sich das Model auf Insta. Jugendliche liessen sich «sehr einfach beeindrucken», so Kennedy weiter. «Und über die weltweit steigenden Suizidraten» wolle sie gar nicht erst reden.

Burberry entschuldigt sich

Das Thema habe sie besonders betroffen gemacht, da es kürzlich einen Selbstmord innerhalb ihrer Familie gegeben habe. Im Gespräch mit Kollegen in der Umkleidekabine sagte dann jemand zu ihr: «Das ist Mode. Niemand interessiert es, was bei dir oder in deiner Familie vorgeht.» Dieser Satz habe sie schliesslich dazu bewogen, ihren Ärger im Netz publik zu machen.

Burberrys Boss Marco Gobbetti entschuldigte sich wenig später beim Model. «Ihre Erfahrung widerspiegelt nicht unsere Werte», wird er von der BBC zitiert. Das Unternehmen werde nun «daraus lernen und sicherstellen, dass das nicht wieder vorkommt».

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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