Aktualisiert 13.11.2019 09:01

WahlchaosIst E-Voting nach Pannen in Freiburg tot?

Bei der Ständeratswahl in Freiburg kam es zu grossen technischen Problemen. Gegner des E-Voting versuchen, daraus Kapital zu schlagen.

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Im Kanton Freiburg kam es am Sonntag zu Problemen bei der Auszählung der Stimmen des zweiten Ständeratswahlgangs.

Im Kanton Freiburg kam es am Sonntag zu Problemen bei der Auszählung der Stimmen des zweiten Ständeratswahlgangs.

Keystone/Anthony Anex
Grund für das Durcheinander waren technische Probleme bei der Übermittlung der Stimmen von den Gemeinden zum Kanton. Denn in Freiburg wurde per E-Voting gewählt.

Grund für das Durcheinander waren technische Probleme bei der Übermittlung der Stimmen von den Gemeinden zum Kanton. Denn in Freiburg wurde per E-Voting gewählt.

Keystone/Peter Schneider
Letztlich musste sich der Kanton laut SRF dazu entscheiden, dass die Wahlbüros die letzten Resultate manuell übermitteln sollten. Der Fehler trat nicht bei der Auszählung, sondern der Weitergabe der Resultate auf.

Letztlich musste sich der Kanton laut SRF dazu entscheiden, dass die Wahlbüros die letzten Resultate manuell übermitteln sollten. Der Fehler trat nicht bei der Auszählung, sondern der Weitergabe der Resultate auf.

Keystone/Christian Beutler

Im Kanton Freiburg kam es am Sonntag zu Problemen bei der Auszählung der Stimmen des zweiten Ständeratswahlgangs. Grund für das Durcheinander waren technische Probleme bei der Übermittlung der Stimmen von den Gemeinden zum Kanton. Experten versuchten den ganzen Nachmittag, den Systemfehler zu beheben.*

Letztlich musste sich der Kanton laut SRF dazu entscheiden, dass die Wahlbüros die letzten Resultate manuell übermitteln sollten. Der Fehler trat nicht bei der Auszählung, sondern der Weitergabe der Resultate auf.

Unverständnis

Das Wahlchaos sorgte für Kritik – und befeuert die Grundsatzdebatte ums umstrittene E-Voting. Wenn auch in Fribourg nicht per E-Voting gewählt wurde, nährte die Panne Zweifel an den technischen Systemen. So verlangte die CVP-Spitze eine Nachzählung der Stimmen und berät am Donnerstag über einen allfälligen Rekurs.

Zu den Kritikern gehört etwa die NZZ: «Die Bevölkerung muss mit abschliessender Sicherheit davon ausgehen können, dass ihre Stimme korrekt erfasst und wiedergegeben wird. Im Kanton Freiburg hat dieses Urvertrauen am Sonntag gelitten», schreibt der NZZ-Journalist Antonio Fumagalli.

Das Ende des E-Voting?

Auch auf Twitter wird die Diskussion neu lanciert. So schreibt SP-Nationalrat Cédric Wermuth, dass Freiburg am Sonntag die Debatte um das E-Voting «im Alleingang für ein paar Jahre definitiv verschoben» haben dürfte.

Und in einem weiteren Post kommentiert er das Wähl-Desaster ironisch: «Bei technischen Problemen mit Wahl- und Abstimmungssystemen habe ich grosses Verständnis. Das üben wir ja auch erst seit 1848. Und klar, das mit Computer und Internet und so ist ja auch noch ganz neu. Wer weiss, ob sich das wirklich mal durchsetzt.»

Weitere Kritik am E-Voting

Auch Claudio Zanetti, SVP-Nationalrat, kritisiert die technischen Probleme in Freiburg. «Gravierende IT-Probleme – das ist bei E-Voting der Normalfall, der das Vertrauen in die Demokratie zerstört», schreibt er.

* In einer ersten Version dieses Artikels hiess es, in Freiburg sei per E-Voting gewählt worden. Das ist nicht korrekt.

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