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Panik wegen Zugdurchsage«Ist ein Lokführer an Bord?»

Die Passagiere des ICE von Basel nach Zürich erlebten einen Riesenschreck. Wegen einer Durchsage glaubten sie, in einem führerlosen Zug zu sitzen.

von
Deborah Rast

Kurz nach Olten kam am Dienstagabend der Schock für die Passagiere des Intercity-Expresses (ICE): «Ist ein Lokführer an Bord?», wurde mittels Durchsage gefragt. Während die einen dies für einen schlechten Scherz hielten, erschraken andere zu Tode. So auch Lorena B.*, die mit ihrem Begleiter von Basel nach Zürich unterwegs war: «Wir glaubten uns in einem Katastrophenfilm mit führerlosem Zug», sagt B. «Am liebsten wären wir sofort ausgestiegen.» Doch es kam nicht so schlimm, wie B. befürchtete. Alle Passagiere kamen heil in Zürich an, allerdings mit 22 Minuten Verspätung.

Die SBB klärt die ungewöhnliche Zugdurchsage auf: «Es war bereits ein Lokführer an Bord», so Marti. Nur habe dieser wegen einer technischen Störung zusätzliche Hilfe von einem Kollegen brauchen können. «Wenn der Lokführer dank der Durch­sage rasch Unterstützung erhält, dient dies auch den ­Reisenden», sagt Marti. Dass die Durchsage die Passagiere ­geängstigt habe, sei keine ­Absicht gewesen: «Dafür ­entschuldigen wir uns», sagt Marti. Ein zweiter Lokführer wurde durch die ungewöhnliche Aktion übrigens nicht gefunden.

*Name der Redaktion bekannt

Spassdurchsagen ärgern die SBB

Immer wieder knacken Spassvögel das Schloss zum Zugsmikrofon. Schmunzeln mussten etwa die Passagiere im Zug von Luzern nach ­Engelberg OW. Kurz vor Wolfenschiessen NW wurde ­ihnen mitgeteilt: «Nächster Halt, Füdlispalt.» Ärgerlicher hingegen war ein Zwischenfall auf der Strecke Bern–Zürich. Die Passagiere wurden per Lautsprecher darüber informiert, dass wegen einer technischen Störung alle den Zug verlassen müssten. Einige Passagiere stiegen in Langenthal vorzeitig aus, doch der Zug fuhr ganz normal nach Zürich weiter – es war eine Spassdurchsage. «Solche Durchsagen wollen weder wir noch die Kunden», so SBB-Sprecher Roman Marti. (dra)

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