Über 90 Morde gestanden: Ist er der schlimmste Killer der US-Geschichte?
Aktualisiert

Über 90 Morde gestandenIst er der schlimmste Killer der US-Geschichte?

Ein Cop gewinnt das Vertrauen eines verurteilten Mörders, bald gesteht dieser weitere Taten. Werden ihm diese Fälle zugerechnet, wäre er der schlimmste Serienmörder der USA.

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Samuel Little (78) hat zwischen Mai und Oktober 2018 gestanden, mindestens 90 Frauen in den USA ermordet zu haben. In 30 Fällen wurden die Taten mithilfe von Daten- oder DNA-Abgleichen bestätigt. Sollten sich seine Aussagen bewahrheiten, wäre Little der schlimmste Serienmörder in der US-Geschichte.

Samuel Little (78) hat zwischen Mai und Oktober 2018 gestanden, mindestens 90 Frauen in den USA ermordet zu haben. In 30 Fällen wurden die Taten mithilfe von Daten- oder DNA-Abgleichen bestätigt. Sollten sich seine Aussagen bewahrheiten, wäre Little der schlimmste Serienmörder in der US-Geschichte.

AP/Mark Rogers
Bislang gilt Gary Ridgway als der gefährlichste Serienmörder der USA: Der Green River Killer soll in den 1980er- und 1990er-Jahren über 90 Frauen und Mädchen, hauptsächlich Prostituierte aus Seattle, erwürgt haben. Selber gestand er 71 Morde, für 49 wurde er zu lebenslänglich ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt.

Bislang gilt Gary Ridgway als der gefährlichste Serienmörder der USA: Der Green River Killer soll in den 1980er- und 1990er-Jahren über 90 Frauen und Mädchen, hauptsächlich Prostituierte aus Seattle, erwürgt haben. Selber gestand er 71 Morde, für 49 wurde er zu lebenslänglich ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt.

Getty Images/Pool
Ted Bundy, USA: Der Serienmörder hat zwischen 1974 und 1978 mindestens 35 Frauen getötet. Einige Schätzungen gehen von über 100 aus. Er konnte zweimal aus dem Gefängnis ausbrechen und wurde 1989 hingerichtet.

Ted Bundy, USA: Der Serienmörder hat zwischen 1974 und 1978 mindestens 35 Frauen getötet. Einige Schätzungen gehen von über 100 aus. Er konnte zweimal aus dem Gefängnis ausbrechen und wurde 1989 hingerichtet.

Getty Images/Bettmann

Fast täglich besuchen Ermittler aus 14 US-Bundesstaaten den 78-jährigen Samuel Little im Gefängnis im texanischen Ector County. Die Beamten erhoffen sich beim Gespräch mit dem gebrechlichen Mann Informationen zu den über 90 Frauenmorden, die Little kürzlich gestanden hat. Sollten sich seine Aussagen bewahrheiten, wäre Samuel Little der schlimmste Serienmörder in der US-Geschichte.

Ist er der schlimmste Killer der US-Geschichte?

Ein Polizist gewinnt das Vertrauen eines verurteilten Mörders, bald gesteht dieser weitere Taten. Werden ihm diese Fälle zugerechnet, wäre er der schlimmste Serienmörder der USA. (Video: AFP)

Samuel Little hat gestanden, mindestens 90 Frauen in den USA ermordet zu haben. (Video: AFP)

Little stand erstmals 1984 für den Mord an Patricia Ann Mount vor Gericht. Nach einem Barbesuch war die 26-Jährige verschwunden, kurz danach tauchte ihre Leiche in Gainesville, Florida, auf. Die junge Frau war geschlagen, vergewaltigt und stranguliert worden. Der Barbesitzer identifizierte Little – damals nannte er sich Samuel McDowell – als Tatverdächtigen, doch wegen mangelnder Beweise wurde er am Schluss von der Jury freigesprochen.

Polizist gewann Littles Vertrauen

Daraufhin änderte er seinen Namen auf Little und zog jahrelang durch die USA: Texas, Florida, Georgia, Kentucky, Tennessee, Mississippi, Louisiana, Illinois, Ohio, Kalifornien, Indiana, Arizona, New Mexico und South Carolina. 2012 geriet er erneut ins Visier der Ermittler. DNA-Spuren auf den Leichen dreier Frauen, die in den später 80er-Jahren ermordet worden waren, überführten ihn schliesslich. Zwei Jahre später wurde Little von einem Gericht zu dreimal lebenslänglich verurteilt.

Vergangenen Mai besuchte Polizist James Holland aus Texas den inhaftierten Little. Er gewann sein Vertrauen und so kam es, dass Little im Laufe mehrerer Interviews zugab, über 90 Frauen getötet zu haben. Bis jetzt wurden mehr als 30 seiner Geständnisse mithilfe von Daten- oder DNA-Abgleichen bestätigt, wie Staatsanwalt Bobby Bland zur «New York Times» sagt. «Wir haben derzeit keinen Grund, an seinen Aussagen zu zweifeln», so Bland weiter. Er befürchtet, dass die US-Justiz es mit einem der gefährlichsten Triebtäter aller Zeiten zu tun haben könnte. Im weltweiten Vergleich würde Little im Bezug auf die Opferzahl zu den schlimmsten zehn Serientätern zählen.

Warum kommt das Geständnis jetzt?

Die Ermittler, die bereits mit Little gesprochen haben, behaupten, er zeige keine Reue, wenn er über die Tötungen spreche. Manchmal schmunzle er sogar, während er erzählt. Obwohl die meisten Morde über 30 Jahre zurückliegen, kann sich Little gut an die Details erinnern. Namen und Orte, ein Baum, unter dem er eine Leiche verscharrte, oder ein Abfallcontainer, in dem er eines seiner Opfer entsorgte.

Warum er jetzt darüber redet, ist ungewiss. Einerseits erhofft er sich damit, in Texas bleiben zu können, vermuten die Behörden. Das Gefängnis in Kalifornien, in dem er bis Juli sass, sei ihm angeblich zu laut gewesen. Ob ihm für diese Taten noch der Prozess gemacht werden kann, ist fraglich. Little sitzt im Rollstuhl, er leidet an Diabetes und an einer Herzkrankheit.

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