Internet.org: Ist Facebook ein Menschenrecht?
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Internet.orgIst Facebook ein Menschenrecht?

Mark Zuckerberg will fünf Milliarden Menschen Zugang zum Internet verschaffen. Mit Samsung, Nokia und weiteren Unternehmen hat der Facebook-Chef die Allianz Internet.org gegründet.

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dsc

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat die Initiative Internet.org angekündigt, um fünf Milliarden Menschen ins Netz zu bringen. Von den Vorteilen des Internets solle die ganze Menschheit profitieren. Um das Ziel zu erreichen, geht der Social-Media-Konzern eine Allianz mit anderen bekannten Tech-Unternehmen ein.

Zu den sogenannten Partnern gehören Ericsson, MediaTek, Nokia, Opera, Qualcomm und Samsung. Auf der deutschen Website von internet.org heisst es: «Heute ist das Internet für ein Drittel der Menschheit nicht zugänglich. Stell dir eine Welt vor, in der wir alle über das Internet miteinander verbunden sind.»

Günstigere Geräte und Tarife

Die Allianz will zur Entwicklung von günstigen Smartphones sowie zu einer besseren Mobilnetz-Abdeckung und günstigeren Tarifen beitragen. Ausserdem soll die mobile Datenübertragung durch neue Software effizienter werden. Die Übermittlung von Daten – selbst eine SMS oder eine einfache Webseite – erfordere Bandbreite, und genau diese sei in vielen Teilen der Welt knapp bemessen.

In einem längeren Online-Beitrag (PDF-Dokument) fragt Zuckerberg rhetorisch: «Ist Konnektivität ein Menschenrecht?» Seine Antwort fällt erwartungsgemäss aus. Bald zehn Jahre verfolge Facebook seine Mission, die Welt offener zu machen. Dabei sei die ganze Welt gemeint, nicht nur die reichsten, am weitesten entwickelten Länder. Schon heute verbinde man jeden Monat über 1,15 Milliarden Menschen.

Die Initiative erfolgt natürlich nicht nur aus selbstlosen Gründen zum Wohl der Erdbevölkerung. Vom Wachstum des Internets können die Unternehmen auch wirtschaftlich profitieren. Kritische Internet-Kommentatoren geben derweil zu bedenken, dass es in armen Ländern an wichtigeren Dingen mangle, etwa an Nahrung, Trinkwasser und medizinischer Versorgung.

Laut Ankündigung bei Internet.org sollen auch gemeinnützige Organisationen, lokale Gemeinden und unabhängige Experten an Bord geholt werden. Bislang handelt es sich laut Zuckerberg nur um grob ausgearbeitete Pläne: Wie bei vielen langfristigen Technologie-Projekten würden sich die Details erst noch entwickeln.

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