15.01.2019 05:59

Stadt ZürichIst hier eine Parkbusse gerechtfertigt oder nicht?

Eine Zürcherin hat trotz einer gültigen Anwohnerparkkarte eine Busse erhalten. Der Scheibenschutz gegen den Schnee hatte einen Teil der Parkkarte verdeckt.

von
mon
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Trotz gültiger Anwohnerparkkarte hat eine Frau eine 40 Franken Busse erhalten.

Trotz gültiger Anwohnerparkkarte hat eine Frau eine 40 Franken Busse erhalten.

Leser-Reporter
Das Auto hatte die Leserin in der blauen Zone an der Käferholzstrasse in Zürich-Oerlikon parkiert.

Das Auto hatte die Leserin in der blauen Zone an der Käferholzstrasse in Zürich-Oerlikon parkiert.

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«Das ist eine Frechheit», findet die Frau: «Die Polizistin hätte die Ecke der Abdeckung einfach kurz anheben müssen.»

«Das ist eine Frechheit», findet die Frau: «Die Polizistin hätte die Ecke der Abdeckung einfach kurz anheben müssen.»

Keystone/Walter Bieri

Eine Leser-Reporterin ist wütend. Am 7. Januar hatte die Frau eine 40-Franken-Busse der Stadtpolizei Zürich an ihrem Auto gehabt – und das trotz einer gültigen Anwohnerparkkarte, wie sie sagt. Das Auto sei in einer blauen Zone an der Käferholzstrasse in Zürich-Oerlikon gestanden: «Ich habe noch extra die neue Parkkarte für 2019 reingelegt.»

Da sie aber wegen des Schnees eine Abdeckung auf der Windschutzscheibe montiert hatte, verdeckte diese leicht die Postleitzahl auf der Parkkarte. Das Kennzeichen sei aber deutlich zu erkennen gewesen, so die Gebüsste.

«So etwas ist einfach nicht in Ordnung»

«Das ist eine Frechheit», findet die Frau: «Die Polizistin hätte die Ecke der Abdeckung einfach kurz anheben müssen.» Das Eintippen der Busse habe doch deutlich länger gedauert. Sie glaubt, den Grund für das Handeln der Polizistin zu kennen: «Die arbeiten doch auf Provision. Damit wollte sie sicher ihren Umsatz steigern.»

Die Busse will sie deshalb so nicht akzeptieren: «Ich habe mich dermassen aufgeregt, dass ich gleich am nächsten Tag zu einer Polizeistelle gefahren bin.» Dort habe man ihr gesagt, dass es sich um einen Grenzfall handele und sie ihre Beschwerde online einreichen solle: «Das werde ich machen.»

«Der Ärger der Frau ist nachvollziehbar»

Bei der Stadtpolizei Zürich hat man Verständnis für die Leserin: «Der Ärger der Frau ist nachvollziehbar», sagt Medienchef Marco Cortesi. Es sei Vorschrift, dass die Parkkarte gut sichtbar im Auto hinterlegt werde: «Auf dem Bild sieht man zwar das Kennzeichen, jedoch nicht die Postleitzahl und das Gültigkeitsdatum.»

Laut Cortesi hätte die Polizistin aber die Abdeckung kurz umklappen können und hätte so alles gesehen. Er rät der Frau darum, ihr Anliegen online bei der Zentralstelle für Ordnungsbussen einzureichen und neu beurteilen zu lassen. Dass Polizisten auf Provision Bussen verteilen würden, stimme aber nicht, so Cortesi.

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