Stagnierende Karriere: Ist Lady Gaga schon bald am Ende?
Aktualisiert

Stagnierende KarriereIst Lady Gaga schon bald am Ende?

Früher musste Lady Gaga nur ein schräges Outfit anziehen und schon landete sie in den Schlagzeilen. Heute hat es die selbsternannte Pop-Queen nicht mehr ganz so einfach.

von
Neil Werndli
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Keystone/AP/Zacharie Scheurer
Sie war eine der kontroversesten Popsängerinnen unserer Zeit - heute scheint sich niemand mehr wirklich für Lady Gaga zu interessieren. Selbst Boulevard-Medien ignorieren sie zunehmend. Dafür gibt es Gründe ...

Sie war eine der kontroversesten Popsängerinnen unserer Zeit - heute scheint sich niemand mehr wirklich für Lady Gaga zu interessieren. Selbst Boulevard-Medien ignorieren sie zunehmend. Dafür gibt es Gründe ...

Keystone/Peter Foley
«Artpop» ist für ein Pop-Album zu schwach
«Artpop» ist für ein Pop-Album zu schwach

Hymnen wie «Just Dance» kann oder will Gaga offenbar nicht mehr schreiben. Ihr drittes Werk «Artpop» wurde von Musiksnobs traditionsgemäss verschmäht, gleichzeitig war es aber zu anspruchsvoll für die grosse Masse.

Keystone/AP/Shizuo Kambayashi

Können Sie sich an Lady Gaga erinnern? Diese Sängerin, die früher in Fleischkostümen herumrannte und damit uns und dem halben Pop-Business den Kopf verdrehte. Was macht die eigentlich so?

Es ist erschreckend ruhig geworden um Mama Monster. Sowohl ihr aktuelles Album «Artpop» als auch sämtliche Videos daraus waren verhältnismässig erfolglos. Sie ist erst 27 und trotzdem stagniert ihre Karriere – die selbsternannte Pop-Königin befindet sich auf dem absteigenden Ast. Ein Erklärungsversuch:

Sie kann oder will keine Hits mehr schreiben

«Artpop» ist alles andere als massentauglich. Früher konnte Gaga ganze Alben mit leichtfüssigen Pophymnen füllen – man erinnere sich an Songs wie «Just Dance». Für ihr drittes Werk wollte Gaga aber unbedingt hochstehende Kunst machen. So setzte sie sich zwischen zwei Stühle: «Artpop» ist ein bizarres Synthie-Monster, das für typische Gaga-Anhänger wohl zu komplex ist, in musikaffinen Kreisen aber trotzdem nicht funktioniert. Wenn Gaga in neuen Songs wie «Swine» klingt, als würde sie ins Mikrofon kotzen, ist das für Gagas Verhältnisse herrlich experimentell. Einen Hit produziert man so aber nicht.

«Artpop» ist zu experimentell für den Mainstream, aber doch zu poppy für Musiksnobs. (LadyGagaVEVO S)

Sie macht keine guten Videos mehr

Lady Gaga macht mittlerweile keine normalen Clips mehr, sondern Artpop-Filme, was im Grunde nichts anderes als ein schöneres Wort für besonders langatmige Clips ist. «G.U.Y.», das im März erschien, dauert fast zwölf Minuten, von denen ein Grossteil aufgeblasene Pseudo-Kunst ist. Gaga wird als Vogel ermordet, Gaga labert als griechische Göttin tiefgehendes Zeug über Sexualität, Gaga tanzt als Legomännchen ... und wenn man das alles hinter sich gebracht hat, kann man sich noch nicht einmal an den Song erinnern, weil dieser zerstückelt und mit anderen vermischt wird.

«G.U.Y.» hat aktuell rund 50 Millionen Views. Zum Vergleich: Katy Perry hat mit ihrem «Dark Horse», das kurz zuvor erschien, bereits 530 Millionen Klicks verzeichnet. (Quelle: Youtube.com / KatyPerryVEVO)

Sie hat sich selbst entzaubert

Den Einfluss, den Lady Gaga zu Beginn ihrer Karriere auf die Popkultur hatte, lässt sich nicht bestreiten. Das Mysterium Gaga wurde über die Jahr allerdings langweilig. Die früher oft skurrilen und kontroversen Auftritte werden zu billiger Effekthascherei. Statt das Pop-Business zu persiflieren, bedient sie nur noch die Sensationsgier. Seien wir ehrlich: Sich auf der Bühne ankotzen zu lassen, ist nicht künstlerisch wertvoll, sondern vor allem ekelhaft.

Beim SXSW trat Gaga mit einer «Kotzkünstlerin» auf. (Quelle: Youtube.com / Alexander Gabanna)

Sie arbeitet mit den falschen Leuten

Früher arbeitete Lady Gaga für ihre Fotos und Videos mit dem Visionär Nick Knight zusammen. Von diesem hat sie sich aber getrennt und setzt heute unter anderem auf Widerling Terry Richardson. Im Duett mit R. Kelly, der seit Jahren mit Missbräuchsvorwürfen kämpft, «Do What You Want With My Body» zu singen, ist ebenfalls keine besonders kluge Entscheidung.

Lady Gaga Music Video Pulled -- Reportedly Because of Sexual Assault Claims

Das fertig produzierte Video zu «Do What You Want» nahm Gaga wieder vom Netz. (Quelle: TMZ.com)

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