Keine Spur vom Bären: Ist M13 tot?
Aktualisiert

Keine Spur vom BärenIst M13 tot?

Seit einer Woche ist Jungbär M13 verschwunden. Experten spekulieren über den Verbleib des Tieres. Dass er gar nicht mehr am Leben ist, kann nicht ausgeschlossen werden.

von
Janko Skorup

Der Jungbär M13, der auf dem Weg vom Nasch- zum Problembären war, ist möglicherweise tot. «M13 war ein sehr präsenter Bär. Dass es plötzlich so ruhig um ihn ist, das macht mich schon etwas stutzig», sagt der Tiroler Bärenbeauftragte Martin Janovski in der «SonntagsZeitung». Tatsächlich: Nachdem M13 die Schweiz wochenlang in Atem gehalten hat, gibt es mittlerweile «seit einer Woche keine bestätigte Sichtung mehr», wie der Zernezer Wildhüter ­Guolf Denoth meldet. Laut Joanna Schönenberger, Projektleiterin Bär beim WWF, könnte es sein, dass sich M13 schwer verletzt mit Aussicht auf einen langsamen Tod zurückgezogen hat: «Wenn ein Bär geschwächt ist, exponiert er sich unter Umständen nicht mehr.»

Möglich ist allerdings auch, dass der Unfall mit dem Zug der Rhätischen Bahn dem Jung­bären die nötige Angst vor dem Menschen beigebracht hat – und damit viel mehr ­bewirkte als alle Vergrämungs-Aktionen zuvor. «Der Zusammenprall mit dem Zug hat M13 wohl einen gehörigen Schrecken eingejagt», sagt Schönenberger dazu. «Das hat sicher geholfen, den Bären scheuer zu machen.»

Auch Denoth geht eher davon aus, dass M13 nun die Menschen meidet: «Seit dem Zusammenprall ist er deutlich distanzierter geworden, er ist nie mehr in der Nähe von Dörfern gesichtet worden.» Es sei aber auch möglich, dass sich M13 weiter in die Höhe zurückge­zogen hat, weil er dort etwas zu fressen gefunden hat.

Ohne Sichtung kein neuer Sender

Der Jungbär M13 prallte am 30. April beim Bahnhof ­Ftan-Baraigla GR mit einem Zug der Rhätischen Bahn zusammen. Dabei wurde der GPS-Sender, den M13 seit dem 12. April trägt, zerstört. Die Wildhut ­Graubünden will deshalb bei ­Gelegenheit einen neuen Sender anbringen. Das erweist sich nun, da M13 verschwunden ist, aber als ­unmöglich. Zwar wurde am ­Mittwoch im Engadin ein Bär ­gesichtet. Ob es sich beim Tier um M13 handelt, ist aber unklar.

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