Microdosing bei Hautpflege – was bringt der Trend?
Zum perfekten Teint dank Skincare-Microdosing – kann das funktionieren?

Zum perfekten Teint dank Skincare-Microdosing – kann das funktionieren?

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Publiziert

Eine Expertin klärt aufIst Microdosing die ultimative Hautpflege-Lösung?

Fruchtsäuren, Vitamine, Retinol – Wirkstoffe gibt es in der Hautpflege wie Sand am Meer. Plötzlich sollen die wirksamen Helfer aber nur noch in Minidosen genutzt werden. Macht das Sinn? Eine Expertin schätzt den Trend ein.

von
Malin Mueller

Microdosing ist kein neuer Trend – mit Skincare hatte er bisher allerdings wenig am Hut. Stattdessen mit halluzinogenen Drogen, die, in kleinsten Mengen verabreicht, statt für einen Rausch für mehr Kreativität oder einen besseren Fokus sorgen sollen. In der Hautpflege kommt Microdosing ohne gesetzliche Risiken daher, funktioniert ansonsten aber ähnlich.

Was ist Skincare-Microdosing?

Statt bei hochpotenten Wirkstoffen wie AHA (Alpha-Hydroxy-Säuren wie Glycol- oder Milchsäure), BHA (Beta-Hydroxy-Säuren wie Salicylsäure), Vitamin C oder Retinol auf das Prinzip «mehr hilft mehr» zu setzen, werden sie tröpfchenweise in Cremes oder Seren gemischt oder bereits in sehr niedrigen Dosierungen angeboten. So soll die Haut langsamer, aber langfristig Ergebnisse erzielen, ohne dabei von den Wirkstoffen irritiert zu werden. Hat eine zehnfach verdünnte Menge aber überhaupt noch einen Effekt? Dermatologin Dr. med. Daniela Kleeman hat eine eigene Praxis in Zürich. Wir haben mit ihr gesprochen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Warum boomt der Trend zum Microdosing?

«Üblicherweise sind die verschreibungsfreien Seren und Cremes so dosiert, dass die meisten Hauttypen problemfrei mit ihnen zurechtkommen», sagt die Dermatologin. «Sehr empfindliche Typen können dennoch gereizt auf zum Beispiel Vitamin A reagieren. Das heisst aber nicht, dass sie es per se nicht vertragen. Der Körper muss sich erst an den Stoff gewöhnen.» Statt direkt zu Mikrodosierungen zu greifen, rät die Expertin, ein Produkt besser nur alle zwei Tage zu nutzen. Ausserdem sollte man den Bereich unter den Augen sicherheitshalber aussparen, um Reizungen zu vermeiden.

Bei Mikrodosierung in der Hautpflege werden die Wirkstoffe nur tröpfchenweise dosiert.

Bei Mikrodosierung in der Hautpflege werden die Wirkstoffe nur tröpfchenweise dosiert.

Pexels/Shiny Diamond

Bei welchen Wirkstoffen macht Mikrodosierung Sinn?

«Runter verdünnen kann man alles. Ob es dann noch wirkt, ist allerdings eine andere Frage», so Dr. Kleeman. Vorsichtiges testen sei die bessere Devise: «Natürlich kann ein sehr ein empfindlicher Hauttyp mit einer niedrigen Konzentration von zwei Prozent Fruchtsäure anfangen. Um wirklich einen Effekt zu sehen, sollte man die Haut aber langsam hoch trainieren und die Dosen erhöhen.» Mit anderen Worten: Microdosing eignet sich vor allem für Einsteiger, sollte aber keine dauerhafte Lösung sein.

Welche Stoffe sollte man nicht mikrodosieren?

Die Expertin warnt: «Bei Sonnencreme sollte man unter keinen Umständen sparen. Gleiches gilt bei allen Produkten, die vom Dermatologen oder einem anderen Arzt verschrieben werden. Sie sind wie Medikamente zu behandeln. Hier ist es wichtig, die Konzentration so zu lassen, wie vom Profi empfohlen. Richtig dosiert ist ein Produkt immer dann, wenn man es täglich nutzen kann, ohne mit Irritationen zu reagieren, aber trotzdem noch eine Wirkung sieht.» Und sind wir ehrlich: Ohne Wirkung ist selbst das günstigste Beautyprodukt eine Verschwendung.

Hast du den neuen Skincare-Trend schon ausprobiert? Verrate es uns in den Kommentaren!

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