Aktualisiert 25.02.2015 17:25

Klage in den USAIst Nestlés Hundefutter giftig?

US-Hündeler haben Nestlé verklagt. Ein Futter des Schweizer Konzerns habe ihre Tiere umgebracht. Das Produkt gibt es auch in der Schweiz.

von
Kaspar Wolfensberger
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Musste der Hund von Frank Lucido sterben, weil Néstle-Tochter Purina giftiges Futter verkaufte?

Musste der Hund von Frank Lucido sterben, weil Néstle-Tochter Purina giftiges Futter verkaufte?

Keystone/AP/Stephen J. Boitano
Zumindest Husky Mishka scheint sein Purina-Futter zu schmecken.

Zumindest Husky Mishka scheint sein Purina-Futter zu schmecken.

Keystone/AP/Matt Peyton
Der Hauptsitz von Purina liegt in der amerikanischen Stadt St. Louis.

Der Hauptsitz von Purina liegt in der amerikanischen Stadt St. Louis.

Keystone/AP/tom Gannam

Frank Lucido liebt Hunde. Deswegen hatten der Kalifornier und seine Familie gleich drei verschiedene Exemplare: einen vierjährigen deutschen Schäferhund, eine achtjährige englische Bulldoge und einen elfjährigen Labrador.

Im Januar wurden plötzlich alle drei Hunde krank. Die Bulldogge starb sogar. Eine Obduktion des toten Hundes ergab, dass er an Magenblutungen gestorben war. Auch die Leber wies starke Verletzungen auf. Der untersuchende Tierarzt habe von «klaren Zeichen einer Vergiftung gesprochen», erklärt der Sender NBC in einem Bericht.

Futter soll schuld sein

Bei der Suche nach dem Schuldigen fiel die Aufmerksamkeit schliesslich auf das Hundefutter. Der Grund: Die anderen beiden Hunde von Frank Lucido leben zwar noch, aber sie waren ebenfalls krank geworden, mit den gleichen Symptomen wie die verstorbene Bulldoge. Für Klägeranwalt Jeffrey B. Cereghino war der Fall daher klar: «Es kann nur einen Grund für die Krankheit der Hunde geben, nämlich das Futter.»

Gefüttert wurden die drei Hunde laut Anklageschrift allesamt mit Beneful-Kroketten des Herstellers Purina, einer Nestlé-Tochterfirma. Dieses Futter enthalte sogenannte Mykotoxine, eine Art von Schimmelpilzgiften, sowie den chemischen Wirkstoff 1,2-Propandiol (E 1520), der für Tiere giftig sei.

Viele tausend Nebenkläger

Aus der Einzelklage von Frank Lucido hat sich inzwischen eine Sammelklage entwickelt, der sich über 3000 Nebenkläger angeschlossen haben. Sie alle behaupten, ihre Hunde seien nach dem Konsum von Beneful erkrankt oder sogar gestorben. Anwalt Cereginho erklärt: «Wir investieren so viel Liebe und Zeit in unsere Haustiere. Sie sind ein Teil der Familie.» Purina sei deshalb verpflichtet, die betroffenen Tierhalter zu entschädigen.

Überhaupt nicht einverstanden mit diesen Ausführungen ist Nestlé. Mediensprecherin Cassandra Buri erklärt: «Wir sind überzeugt, dass die US-Sammelklage gegen Beneful gegenstandslos ist und werden uns dagegen verteidigen.» Beneful sei ein qualitativ hochwertiges und nahrhaftes Hundefutter, welches jährlich von Millionen von Hunden gefressen werde. Es weise keinerlei Qualitätsmangel auf.

Strenge Qualitätskontrollen

Die Qualität von Beneful werde mittels strengen Qualitätskontrollen garantiert. Der Einkauf der Rohstoffe und Verpackungsmaterialien erfolge nur über genehmigte Lieferanten nach streng festgelegten Spezifikationen.

Purina Petcare ist eine Firma mit Hauptsitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Sie existiert seit 2001, als sie aus der Fusion der Unternehmen Friskies Petcare Company und Ralston Purina entstand. In den USA ist Purina der grösste Hersteller von Tierfutter, weltweit ist das Unternehmen die Nummer zwei. Es befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Schweizer Nestlé-Konzerns. In der Schweiz vertreibt die Firma unter anderem die Marken Beneful und Pro Plan.

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