Kinostarts September 2021 - Ist «Notturno» tatsächlich der beste Dokfilm des Jahres?
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Kinostarts September 2021Ist «Notturno» tatsächlich der beste Dokfilm des Jahres?

Der Film begleitet Menschen, die in Kriegsgebieten leben, ausserdem beleuchtet eine schweizerisch-albanische Regisseurin zwei Schwestern, die seit Jahren in einem komaähnlichen Schlaf sind – und weitere Filme, die diese Woche ins Kino kommen.

von
Alisa Fäh

Der Trailer zu «Notturno».

Xenix

Darum gehts

  • Wir stellen dir die aufregendsten Kinostarts der Woche vor.

  • Ein Dokumentarfilm beleuchtet, wie Menschen in den Kriegsgebieten des Nahen Ostens leben.

  • Ein Junge will mit seinen beiden Schwestern auf den Mars reisen.

  • Die Schachnovelle gibts neu verfilmt.

  • Ein Karate-Meister ringt mit seiner Alzheimer-Diagnose.

«Notturno»

Das Online-Filmmagazin «Indiewire» bezeichnet diesen Film als beste Doku des Jahres: Drei Jahre lang hat Gianfranco Rosi in den Grenzgebieten von Kurdistan, Syrien, dem Irak und Libanon gedreht. Entstanden ist «Notturno», ein Dokfilm, der den Alltag in Kriegsgebieten des Nahen Ostens zeigt und Menschen begleitet, die von der Gewalt traumatisiert sind.

Sie versuchen, zu überleben: Mütter, deren Kinder aus Angst zu stottern beginnen, ein Jugendlicher, der die Nacht durcharbeitet, um seine Geschwister ernähren zu können, Patienten in einer psychiatrischen Klinik, die in einem Theaterstück ihre Kriegserlebnisse verarbeiten.

Begegnungen mit Geflüchteten

Rosi steckt auch hinter dem Dokumentarfilm «Fuocoammare» von 2016, den er auf der Insel Lampedusa drehte. Die Begegnungen mit den Geflüchteten dort haben ihn zu «Notturno» inspiriert.

Er wollte mehr über die Orte, von denen die Geflüchteten kamen, erfahren, sagt er zu «Screenrant».

«Réveil sur Mars»

Furkan träumt vom Universum und brennt für die Astronomie. Der grosse Wunsch des Jungen: Gemeinsam mit seinen beiden Schwestern Ibadeta und Djeneta will er es bis zum Mars schaffen.

Die schweizerisch-albanische Regisseurin Dea Gjinovci erzählt in ihrem Dokumentarfilm die Geschichte der Familie Demiri, die aus dem Kosovo nach Schweden flüchten musste.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Fragen oder Probleme im Bereich Migration/Asylverfahren?

Hier findest du Hilfe:

Die Schwestern schlafen seit Jahren

Im schwedischen Horndal ist der Alltag für sie schwierig: Ibadeta und Djeneta sind vor mehr als drei Jahren in einen komaähnlichen Zustand gefallen. Sie leiden am Resignationssyndrom, bei dem ihre Körper aufhören zu funktionieren.

Gleichzeitig versuchen die Eltern, den Alltag zu bewältigen, eine Aufenthaltsbewilligung für Schweden zu erhalten und Furkan will ein Raumschiff bauen, mit dem er seine Schwestern zum Mars bringen kann, damit sie dort wieder aufwachen.

Einfluss auf die Familie

Durch einen Zeitungsartikel ist Gjinovci auf das Syndrom gestossen: «Der Verlust des Lebenswillens treibt diese Kinder in einen Zustand tiefer Apathie. Ein Zustand der Erstarrung», sagt sie in einem Pressestatement.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143


Die Filmemacherin wollte die Auswirkungen dieses Zustands auf die Familie beleuchten: «Mein Ziel war es, jede Facette ihres täglichen Lebens visuell zu erfassen: ihre Asylanträge, regelmässige Besuche im Krankenhaus, die Schulausbildung der beiden Jungen oder die Privatsphäre ihres Zuhauses.»

Der Trailer zu «Réveil sur Mars».

First Hand

«Schachnovelle»

1960 wurde Stefan Zweigs Schachnovelle aus dem Jahr 1942 zum ersten Mal verfilmt, nun gibt es eine neue Version des Klassikers: Bevor er in die USA fliehen kann, wird der Notar Josef Bartok (Oliver Masucci) von der Gestapo verhaftet.

Da er das Vermögen des Adels verwaltet, soll er den Nazis Zugang zu den Konten liefern. Bartok weigert sich jedoch und kommt darauf in Haft, wo Schach zu seinem Ventil wird.

Der Trailer zu «Schachnovelle».

Pathé Films

«Tiger und Büffel»

Acht Jahre lang begleitete der Filmemacher Fabian Biasio seinen Protagonisten Bruno Koller. Koller hatte eine Alzheimer-Diagnose erhalten. Aufgeben? Keine Option für den Karate-Meister.

Er will den Kampfsport weiterhin ausüben und unterrichten, muss allerdings feststellen, dass die Erkrankung ihn verändert. Es fällt ihm immer schwerer, mit dem zunehmenden Kontrollverlust klarzukommen.

Der Trailer zu «Tiger und Büffel».

Mythenfilm

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