Nach Mexikoreise: Ist Obama immun gegen Schweinegrippe?

Aktualisiert

Nach MexikoreiseIst Obama immun gegen Schweinegrippe?

US-Präsident Barack Obama hatte während seines Mexiko-Besuches vor einer Woche Kontakt zu einem Mann, der nur einen Tag später an der Schweinegrippe starb. Jetzt gibt das Weisse Haus Entwarnung: Der Präsident sei nicht krank.

US-Präsident Barack Obama hat sich nach Angaben des Weissen Hauses bei seinem Mexiko-Besuch vor gut einer Woche nicht mit den gefährlichen Schweinegrippe-Virus infiziert.

«Der Besuch des Präsidenten in Mexiko hat dessen Gesundheit keiner Gefahr ausgesetzt», erklärte Obamas Sprecher Robert Gibbs in Washington. Der Präsident lasse sich fortlaufend über die Entwicklung in dem Nachbarstaat sowie Verdachtsfällen in den USA informieren, so Gibbs weiter.

Erster Fall drei Tage vor Obamas Besuch

Die Entwarnung des Weissen Hauses kommt nicht von ungefähr: Der erste Fall von Schweinegrippe wurde am 13. April in Mexiko registriert - Obama startete seinen Staatsbesuch in Mexiko-Stadt am 16. April.

Der US-Präsident besuchte während seines Aufenthalts auch das Anthropologische Museum in Mexiko-Stadt, wo er vom bekannten Archäologen Felipe Solís empfangen wurde. Solís starb nur einen Tag später an der Grippe, wie die mexikanische Zeitung «Reforma» berichtet.

Gesundheitskontrolle für Einreisende in die USA

Angesichts des Übergreifens der mexikanischen Schweinegrippe auf die USA hat die US-Regierung nun Gesundheitskontrollen für Einreisende angekündigt. Alle, die aus Ländern mit bestätigten Fällen von Schweinegrippe in die USA kommen, sollen bei der Einreise über ihren Gesundheitszustand befragt werden. In Zweifelsfällen können auch weitere Tests angeordnet werden. Heimatschutzministerin Janet Napolitano bezeichnete die Massnahme als «passive Kontrolle».

Die US-Regierung hatte wegen der Schweinegrippe kurz zuvor den öffentlichen Gesundheits-Alarmzustand ausgerufen. Das US-Zentrum für Seuchenkontrolle teilte unterdessen mit, inzwischen seien 20 Fälle in insgesamt fünf US-Staaten bestätigt worden, zuletzt in Ohio. Es seien weitere schwere Fälle zu erwarten.

(kle/ap)

Das Schweinegrippe-Virus (Typ H1N1)

Wissenschaftler klassifizieren Grippe-Viren nach ihren Oberflächenproteinen. H steht dabei für Hämaggluttinin, N für Neuraminidase. Es gibt 16 verschiedene H-Typen und neun verschiedene N-Typen, wobei die Nummern nichts über die Schwere der Krankheit aussagen. Die jetzt in Mexiko ausgebrochene Schweinegrippe hat den Virenstamm H1N1, die Vogelgrippe den Typ H5N1.

Der grösste Teil einer Virusoberfläche ist mit dem Eiweiss Hämagglutinin bedeckt. Das Protein ermöglicht Viren das Ankoppeln an die Zelle, in der schliesslich neue Grippeviren entstehen. Neuraminidasen sind Enzyme, die sich auf der Oberfläche von Influenzaviren befinden. Sie ermöglichen das Eindringen von Krankheitserregern in körpereigene Zellen. Diese viralen Enzyme schleusen dann auch von infizierten Zellen neu produzierte Viren aus der Zelle.

(Quelle: AP)

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