Aktualisiert 22.05.2019 09:39

Auswahl, Preis, Umwelt

Ist Online-Shopping wirklich besser?

Der Online-Handel wird wichtiger, doch Ladengeschäfte können sich behaupten. Das sind die Vor- und Nachteile der beiden Shopping-Arten.

von
Raphael Knecht
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Online oder im Laden einkaufen gehen? Die beiden Shopping-Arten liefern sich einen Kampf um die Kunden. (Im Bild: Mall of Switzerland in Ebikon)

Online oder im Laden einkaufen gehen? Die beiden Shopping-Arten liefern sich einen Kampf um die Kunden. (Im Bild: Mall of Switzerland in Ebikon)

Keystone/Alexandra wey
In Sachen Bequemlichkeit hat Online-Shopping die Nase vorn: Selbst am Sonntagabend kann man etwas bestellen und muss dazu nicht einmal das Bett verlassen. (Im Bild: Logistik-Zentrum von Amazon)

In Sachen Bequemlichkeit hat Online-Shopping die Nase vorn: Selbst am Sonntagabend kann man etwas bestellen und muss dazu nicht einmal das Bett verlassen. (Im Bild: Logistik-Zentrum von Amazon)

AP/Patrick Semansky
In Shopping-Zentren hingegen gibt es Anreise, Öffnungszeiten und Warteschlangen. (Im Bild: Mall of Switzerland in Ebikon)

In Shopping-Zentren hingegen gibt es Anreise, Öffnungszeiten und Warteschlangen. (Im Bild: Mall of Switzerland in Ebikon)

Keystone/Alexandra wey

Schweizer Konsumenten kaufen hauptsächlich im Laden ein – obwohl der Online-Handel an Beliebtheit gewinnt. Das zeigt eine Studie der Swiss Retail Federation: 61 Prozent der Befragten gehen eher ins Geschäft als in den Online-Shop. Vor allem für Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs verlassen Konsumenten meistens noch das Haus.

Welche Vorteile bietet der Online-Shop, wo punktet der Laden? Die beiden Shopping-Arten liefern sich den Kampf in sieben Kategorien:

Bequemlichkeit

Wem am Sonntag um Mitternacht noch nach einer Einkaufsorgie ist, kann online shoppen und muss dazu nicht einmal das Bett verlassen. Beim Online-Shopping gibts keine Anreise, Öffnungszeiten oder Warteschlangen. Was die Bequemlichkeit angeht, ist der Internethandel im Vorteil und übernimmt die Führung:

Online: 1, Laden:0

Erlebnis

Geht man gern mit Kollegen shoppen und danach noch käfelen oder ins Kino, bietet das Internet zu wenig. Online gibts auch keine VR-Station und keine Kinderecke. Und im Vergleich zum Handy-Bildschirm sieht ein Shopping-Center mit saisonaler Dekoration viel ansprechender aus. Beim Erlebnis punktet der traditionelle Laden:

Online: 1, Laden:1

Auswahl

Im Internet kann man praktisch alles bestellen, was es gibt. An diese Auswahl kommt das Shopping-Zentrum nicht heran. Und die Händler sind sich dessen bewusst, denn selbst im Laden heisst es manchmal: «Das müssten wir Ihnen bestellen.» Online punktet:

Online:2, Laden:1

Welche Shopping-Methode bevorzugen Sie und warum?

Information

Im Geschäft kann man noch vor dem Kauf Kleider anprobieren, Kopfhörer testen und Gemüse auf Frische prüfen. Klar, im Internet kann man theoretisch unendlich viele Informationen zu einem Produkt finden. Das gilt aber auch im Laden: Weil jeder ein Handy dabei hat und jederzeit recherchieren kann, ist das Ladengeschäft hier im Vorteil:

Online: 2, Laden: 2

Preise

Wer online einkauft, tut das oft wegen des Preises. Da die Preistransparenz im Internet grösser ist, findet man dort oft die besten Angebote. Dazu kommt, dass Online-Händler nicht für Verkaufspersonal und -flächen aufkommen müssen und diese Vorteile weitergeben können. Und nicht zuletzt profitieren Online-Shopper vom tiefen Preisniveau in anderen Ländern. Der Online-Handel geht wieder in Führung:

Online:3, Laden: 2

Vertrauen

Das im Ausland bestellte Produkt entpuppt sich als Schrott, es fallen unerwartete Zusatzkosten an oder der Händler will keine Garantie übernehmen. Vor solchen Szenarien fürchten sich Online-Shopper besonders. Zum Selbstschutz müssen Konsumenten die ellenlangen Geschäftsbedingungen lesen. Im Laden sind Prozesse wie Retouren oft weniger kompliziert und langwierig. Zudem kann man vor Ort die Angestellten direkt fragen, welche Bedingungen gelten. Punkt fürs Ladengeschäft:

Online: 3, Laden: 3

Umwelt

Wo Shopping generell umweltfreundlicher ist, darüber sind sich Experten nicht einig. Der Laden verbraucht Energie mit Heizung und Beleuchtung, und die Anlieferung von Produkten stösst ebenfalls CO2 aus. Bei Online-Händlern entsteht mehr Abfall, weil viele Produkte doppelt verpackt werden und auch Retouren erhöhen den CO2-Fussabdruck. Umweltbewusste Konsumenten sollten sich überlegen, per Velo oder zu Fuss shoppen zu gehen. Und wer online einkauft, soll Retouren möglichst vermeiden. Punkte gibts in Sachen Umwelt weder für Online-Shops noch für Ladengeschäfte.

Der Endstand ist somit ein Unentschieden:

Online: 3, Laden: 3

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