Aktualisiert 10.10.2018 15:40

Erste Probefahrt

Ist Rolls-Royce Cullinan die Krönung der SUVs?

Keinen Bock auf Range Rover oder Porsche Cayenne? Kein Problem – jetzt fährt auch Rolls-Royce mit einem Luxus-SUV vor.

von
Thomas Geiger
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Dieser Rolls-Royce traut sich tatsächlich in den Dreck und ist sich für Matsch und Modder nicht zu schade -– wozu sonst hat der Cullinan, zum ersten Mal in über 100 Jahren Firmengeschichte, einen Allradantrieb und obendrein eine Luftfederung, mit der er sich je Programmierung der sechs Offroad-Profile um vier Zentimeter anhebt.

Dieser Rolls-Royce traut sich tatsächlich in den Dreck und ist sich für Matsch und Modder nicht zu schade -– wozu sonst hat der Cullinan, zum ersten Mal in über 100 Jahren Firmengeschichte, einen Allradantrieb und obendrein eine Luftfederung, mit der er sich je Programmierung der sechs Offroad-Profile um vier Zentimeter anhebt.

Rolls-Royce
Rolls-Royce wäre nicht Rolls-Royce, wenn der nach dem grössten jemals gefunden Diamanten benannte Cullinan ein gewöhnlicher Geländewagen wäre: Wo Bentley für seinen Bentayga den Audi Q7 einfach nur neu eingekleidet hat, hat die BMW-Tochter eben keinen X7 in einen Smoking gesteckt, sondern das Auto mit der typischen britischen Verschrobenheit auf der Aluminium-Plattform des Phantom neu entwickelt.

Rolls-Royce wäre nicht Rolls-Royce, wenn der nach dem grössten jemals gefunden Diamanten benannte Cullinan ein gewöhnlicher Geländewagen wäre: Wo Bentley für seinen Bentayga den Audi Q7 einfach nur neu eingekleidet hat, hat die BMW-Tochter eben keinen X7 in einen Smoking gesteckt, sondern das Auto mit der typischen britischen Verschrobenheit auf der Aluminium-Plattform des Phantom neu entwickelt.

Rolls-Royce
Wo Phantom & Co nur Autos für gewisse Stunden sind, ist der Cullinan tatsächlich der erste Rolls-Royce, den man immer und überall nutzen kann. Dafür nahmen sich die Entwickler einiger Themen an, die ihnen bislang ziemlich fremd waren, haben eine geteilte Heckklappe und eine Rückbank entwickelt, die man wie bei einem noblen Kombi elektrisch umklappen kann. So wächst das Kofferraumvolumen in mehreren Schritten von 560 auf bis zu 1930 Liter und macht den Cullinan zum praktischsten Rolls-Royce aller Zeiten.

Wo Phantom & Co nur Autos für gewisse Stunden sind, ist der Cullinan tatsächlich der erste Rolls-Royce, den man immer und überall nutzen kann. Dafür nahmen sich die Entwickler einiger Themen an, die ihnen bislang ziemlich fremd waren, haben eine geteilte Heckklappe und eine Rückbank entwickelt, die man wie bei einem noblen Kombi elektrisch umklappen kann. So wächst das Kofferraumvolumen in mehreren Schritten von 560 auf bis zu 1930 Liter und macht den Cullinan zum praktischsten Rolls-Royce aller Zeiten.

Rolls-Royce

Nachdem der Bentley Bentayga aber vor allem der Range Rover den Weg für Luxus im Gelände bereitet haben, baut jetzt auch Rolls-Royce einen Offroader und bringt zum Jahresende für ganz und gar unbescheidene 315'000 Euro aufwärts den Cullinan an den Start. Freiheit und Abenteuer statt Glanz und Gloria, lautet dann die Devise.

Aber wo Bentley für seinen Bentayga den Audi Q7 einfach nur neu eingekleidet hat, hat die BMW-Tochter eben keinen X7 in einen Smoking gesteckt, sondern das Auto mit der typischen britischen Verschrobenheit auf der Aluminium-Plattform des Phantom neu entwickelt. Deshalb trägt der 5,34 Meter lange Cullinan eben nicht nur den charakteristischen Kühlergrill, sondern natürlich sind die vier Türen wie bei Phantom & Co. gegenläufig angeschlagen. Und zudem haben die Briten dem dicken Brocken noch ein kleines Stufenheck geschneidert.

Erstmals mit Allradantrieb

Zwar traut sich dieser Rolls-Royce tatsächlich in den Dreck und ist sich für Matsch nicht zu schade – wozu hat er schliesslich zum ersten Mal in über 100 Jahren Firmengeschichte einen Allradantrieb und obendrein eine Luftfederung, mit der er sich je Programmierung der sechs Offroad-Profile um vier Zentimeter anhebt? Und weshalb sonst sollten sie in Goodwood eine Bergabfahrhilfe eingebaut haben?

Doch auch wenn Rolls-Royce gerne an die Wüstenfahrten eines Laurence von Arabien erinnert, geht es den Briten weniger ums Abenteuer als um den Alltag: Wo Phantom & Co. nur Autos für gewisse Stunden sind, ist der Cullinan tatsächlich der erste Rolls-Royce, den man immer und überall nutzen kann. Doch keine Sorge: Bei allem Sinn fürs Praktische gerät die gewohnte Prunksucht nicht ins Hintertreffen: Anstelle der Dreiersitzbank kann man auch zwei Executive Sessel bestellen. Die kosten zwar mehr als ein Kleinwagen, haben dann aber auch eine Massagefunktion, zwischen den Sitzen gibt es ein Kühlfach für den Champagner und dahinter sperrt eine Trennscheibe Lärm und Luft aus, wenn der Chauffeur mal zu lange den Kofferraum öffnet. Noch exklusiver sitzt man nur auf den beiden elektrisch ausfahrenden Picknick-Sesseln, die auf Knopfdruck aus der offenen Heckklappe surren.

571 PS und 15 bis 20 Liter Verbrauch

Am vertrautesten präsentiert sich der Cullinan dem Fahrer. Der blickt nicht nur in ein vergleichsweise bekanntes Cockpit, sondern der befehligt auch einen bekannten Motor. Schliesslich steckt unter der Haube wie beim Phantom der 6,75 Liter grosse V12, der hier imposante 571 PS und noch wichtiger 850 Nm leistet. Da fallen selbst die knapp drei Tonnen des Cullinan nicht mehr ins Gewicht und der Koloss bewegt sich tatsächlich nahezu mühelos.

Ist Rolls-Royce Cullinan die Krönung der SUVs

Keinen Bock auf Range Rover oder Porsche Cayenne? Kein Problem – jetzt fährt auch Rolls-Royce mit einem Luxus-SUV vor.

Trotzdem hat der Cullinan bisweilen mit seinem Gewicht zu kämpfen. In Kurven und beim Bremsen treibt die Fliehkraft mit dem Koloss ihr böses Spiel und man fragt sich, ob bei diesem Budget nicht ein besserer Wankausgleich drin gewesen wäre. Und selbst wenn der gemeine Rolls-Royce-Kunde ganz sicher nicht aufs Geld schauen muss, ist ein Normverbrauch von 15 und ein Alltagswert nicht unter 20 Litern nicht eben sozialverträglich.

Aber die Briten denken nicht einmal in ihren schlimmsten Träumen an einen Motor mit weniger Zylindern oder ein Plug-In-Paket. «No Thanks», hätten ihnen die Kunden da sehr bestimmt signalisiert, sagt Pressesprecher Richard Carter und kündigt stattdessen für die Mitte der nächsten Dekade den ersten rein elektrischen Rolls-Royce an, lässt aber die Baureihe noch offen.

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