Ist SVP-Mann ein Scheininvalider?
Aktualisiert

Ist SVP-Mann ein Scheininvalider?

SVP-Kantonsrat Jürg Leuthold soll laut Sozialversicherungsgericht über Jahre unrechtmässig IV-Rente bezogen haben. Leuthold spricht von einer Kampagne gegen ihn.

Kann jemand Invalidenrente kassieren, gleichzeitig das Amt eines Zürcher Kantonsrats ausüben, eine eigene Firma betreiben und sich zum Spitalfachmann weiterbilden lassen? Jürg Leuthold, Kantonsrat jener Partei, die sich den Kampf gegen Sozialschmarotzer und Scheininvalide auf die Fahne geschrieben hat, kann, wie die «NZZ am Sonntag» aufdeckte.

Aufgrund seiner Rückenprobleme attestierte ihm sein Hausarzt vor zehn Jahren Arbeitsunfähigkeit. Er kündigte seinen Job bei der Zürich, deren Vorsorgeeinrichtung ihm fortan eine monatliche Rente von 5204 Franken bezahlen musste, wegen seiner vielen Aktivitäten aber misstrauisch wurde und ihm nach Abklärungen die Rente strich. Ein Fall fürs Sozialversicherungsgericht. Das Urteil wurde am 23. November 2007 gefällt, und auf der Webpage wurden weitere Details bekannt.

Detektive haben Leuthold beim Wettschiessen, Skifahren, Fitness- und Ausdauertraining sowie beim Schwimmen erwischt. Ein Orthopädie-Professor schreibt in einem Gutachten unter anderem, der Patient sei «in seiner angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig». Leuthold hat das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen: «Die Gelder habe ich zu Recht bezogen. Das ist eine Kampagne gegen mich als Mitglied der SVP.»

Alexandra Roder

Städte: Weniger Sozialfälle

Im Schweizer Sozialwesen ist eine Trendwende eingetroffen: Erstmals seit Jahren ist die Zahl der Fürsorge-Empfänger im Jahr 2007 spürbar gesunken. Wie die Zeitung «Sonntag» berichtet, sanken in allen grossen Schweizer Städten die Zahl der Fälle sowie die Gesamtkosten. In Basel und St.Gallen macht der Rückgang gegenüber 2006 gar 10 Prozent aus. Gründe seien die gute Konjunktur und neue staatliche Programme.

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