Aktualisiert 29.06.2016 15:20

Trump zu Istanbul«It's baaaad!»

In Ohio zeigt Donald Trump, was er aussenpolitisch draufhat. Sein Ansatz in der Terrorbekämpfung unterscheidet sich fundamental von Konkurrentin Hillary Clinton.

von
gux

Am Dienstagabend hielt der republikanische Präsidentschaftsanwärter Donald Trump in St. Clairsville, Ohio, eine Rede, in der er auch die tödliche Terrorattacke auf den Istanbuler Flughafen ansprach. «Etwas geht vor sich, das wirklich, wirklich schlecht ist. Wir werden besser klüger und reagieren besser mit Härte, ansonsten haben wir bald kein Land mehr übrig.» (Siehe Video)

Auch auf Twitter äusserte sich Trump zum Anschlag – nach einer fast 30 Stunden anhaltenden Twitter-Pause (US-Medien wie der «Daily Caller» fragten sich deswegen: «Bist du okay, Don?»). So schreibt er: «Noch eine Terrorattacke, dieses Mal in der Türkei. Wird die Welt jemals begreifen, was vor sich geht? Es ist so traurig.» Einige Minuten später hiess es: «Wir müssen alles unternehmen, um diesen schrecklichen Terrorismus aus den USA herauszuhalten.»

Ein Statement, das den amerikanischen Celebrity-Blogger Perez Hilton zur Bemerkung veranlasste, ob solche Attacken ausserhalb der USA für den Präsidentschaftsanwärter denn in Ordnung seien. «Das sollte nirgendwo auf der Welt passieren», so Hilton.

Trumps Terrorbekämpfung: auf die USA ausgerichtet

Neben den Tweets – Trump soll gemäss NPR tagsüber einem Mitarbeiter diktieren, was getweetet wird, am Abend dann aber selbst in die Tasten hauen – veröffentlichte Trumps Pressebüro ein Statement zu dem Anschlag. Die Mitteilung widerspiegelt einen ganz anderen aussenpolitischen Ansatz, als ihn die Demokratin Hillary Clinton verfolgt: Er ist vor allem auf die USA ausgerichtet.

«Die Terrorgefahr war nie grösser», heisst es in Trumps Mitteilung. «Unsere Feinde sind brutal und gewissenlos und werden alles tun, um jene zu ermorden, die sich nicht ihrem Willen unterwerfen. Wir müssen Schritte unternehmen, um Amerika vor Terroristen zu schützen und alles in unserer Macht tun, um die Sicherheit zu verbessern, um Amerika sicher zu halten.»

Clintons Terrorbekämpfung: vereint gegen Extremisten

Konkurrentin Clinton betonte in ihrem Statement dagegen den Status der Türkei als Verbündeten und unterstrich die Notwendigkeit der Kooperation mit anderen Ländern in der Region: «Terroristen haben einmal mehr im Herzen eines unserer Nato-Verbündeten zugeschlagen – und alle Amerikaner stehen vereint mit den Menschen aus der Türkei gegen diese Kampagne des Hasses und der Gewalt. Bereits hören wir von Helden in den Reihen der türkischen Polizei, die sich den Verdächtigen in den Weg stellten und eine noch schlimmere Tragödie verhinderten.»

Weiter heisst es im Clinton-Statement: «Die Attacke in Istanbul verstärkt unsere Entschlossenheit, die terroristischen Kräfte und den radikalen Jihadismus in der Welt zu besiegen. Und sie erinnert uns daran, dass die Vereinigten Staaten sich nicht zurückziehen dürfen. Wir müssen unsere Zusammenarbeit mit unseren Alliierten und Partnern im Nahen Ostern und Europa vertiefen, um dieser Bedrohung zu begegnen.»

Video: Internationale Reaktionen auf den Anschlag in Istanbul

(Quelle: Reuters)

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