Aktualisiert 15.12.2010 07:06

1750 Stellen wegIT Siemens verkauft seine IT-Abteilung

Die kriselnde IT-Tochter von Siemens geht für rund 850 Mio. Euro an den französischen IT-Dienstleister Atos Origin. Der deutsche Elektronik-Konzern steigt mit 15 Prozent bei Atos ein. Bei Siemens fallen 1750 Stellen weg.

Siemens und Atos Origin gaben die überraschende Übernahme am späten Dienstagabend bekannt. Siemens erhält rund 12,5 Mio. neue Aktien von Atos Origin mit einem Wert von derzeit 414 Mio. Euro. Hinzu kommt eine fünf Jahre laufende Wandelanleihe über 250 Mio. Euro und eine Zahlung von rund 186 Mio. Euro in bar, wie es hiess.

Siemens wird damit ein Sorgenkind los. Allerdings stellt sich der Konzern insgesamt auf eine «deutlich negative Ergebniswirkung» im Geschäftsjahr 2010/11 ein. Siemens überträgt die Sparte ohne Verbindlichkeiten und flüssige Mittel und übernimmt zudem die finanzielle Absicherung gewisser Risiken. Für Atos soll sich die Übernahme positiv auswirken.

Für Integrationskosten und Weiterbildung will Siemens bis zu 250 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Teil des Geschäfts ist auch ein Outsourcing-Vertrag von Siemens an Atos Origin für 7 Jahre mit einem Volumen von rund 5,5 Mrd. Euro. Die Übernahme soll bis Anfang Juli 2011 vollzogen sein. Es stehen noch die Zustimmungen der Wettbewerbsbehörden sowie der Atos-Aktionäre aus.

Im Oktober ausgegliedert

Das Ziel der beiden Partner sei es, aus Atos Origin den «europäischen Führer» im IT-Geschäft zu machen, hiess es. 2010 hätten die Unternehmen zusammen 8,7 Mrd. Euro Umsatz verzeichnet und 78'500 Personen beschäftigt. Bis 2013 soll der Umsatz auf 9 bis 10 Mrd. Euro wachsen.

Die seit Jahren schwächelnde Sparte Siemens IT Solutions and Services war auf den 1. Oktober aus dem Konzern ausgegliedert und in eine GmbH überführt worden. Im vergangenen Geschäftsjahr per Ende September betrug der Verlust aus der IT-Sparte 537 Mio. Euro.

Bereits bei der Ausgliederung hatte Siemens den Abbau von weltweit rund 4200 Jobs auf den Weg gebracht, vor allem in Deutschland. Nun sollen vor allem Stellen in Verwaltungs- und Zentralfunktionen betroffen sein. (sda)

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