Aktualisiert 12.02.2011 19:35

Flüchtlingswelle

Italien erklärt den humanitären Notstand

Immer mehr Menschen fliehen aus Nordafrika nach Italien. Aus Furcht vor Terroristen unter den Flüchtlingen bringen die Behörden die Menschen mit Fähren und Flugzeugen in ein Abschiebelager.

Anfang Woche waren 2000 Menschen nach Lampedusa gekommen.

Anfang Woche waren 2000 Menschen nach Lampedusa gekommen.

Angesichts einer steigenden Zahl von zumeist tunesischen Flüchtlingen hat das italienische Kabinett am Samstag den humanitären Notstand erklärt. Die Flüchtlingswelle hält unterdessen unvermindert an. Ein Flüchtling starb, ein weiterer gilt als vermisst, nachdem ein mit zwölf Personen besetztes Boot vor der tunesischen Küste sank, wie die amtliche Nachrichtenagentur TAP meldete. Die italienische Küstenwache teilte mit, dass ihr keine Informationen über den Vorfall vorlägen.

Allein am Samstag waren Hunderte Nordafrikaner auf der kleinen Insel Lampedusa angelandet. Aus Sorge darüber, dass sich unter den Flüchtlingen Terroristen oder gewöhnliche Kriminelle befinden könnten, fing die Regierung damit an, die Menschen mit Fähren und Flugzeugen in ein Abschiebelager nach Sizilien zu bringen.

2000 Menschen nach Lampedusa gekommen

Die Erklärung des humanitären Notstands erlaube es der Zivilschutzbehörde, bei der Durchführung der «notwendigen Massnahmen zur Kontrolle des Phänomens» zu helfen, teilte das Büro von Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit. Welche Massnahmen genau damit gemeint sind, wurde nicht erklärt.

Anfang der Woche waren bereits rund 2000 Menschen innerhalb von zwei Tagen per Boot nach Lampedusa gekommen. (dapd)

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