Asylsuchende: Italien erschwert Rückschaffungen

Aktualisiert

AsylsuchendeItalien erschwert Rückschaffungen

Italien macht es der Schweiz bei der Rückübernahme von Flüchtlingen schwer. Neu verlangt sie, dass abgewiesene Asylbewerber per Flugzeug nach Mailand geflogen werden. Im Tessin fürchtet man, dass diese bald wieder an der Grenze stehen.

von
uwb
Flüchtlinge im Asylzentrum in Chiasso. Sie können künftig nur noch nach Mailand statt wie bisher nach Rom zurückgeführt werden.

Flüchtlinge im Asylzentrum in Chiasso. Sie können künftig nur noch nach Mailand statt wie bisher nach Rom zurückgeführt werden.

Wie die «Aargauer Zeitung» in ihrer Ausgabe vom Samstag schreibt, harzt es zwischen der Schweiz und Italien bei der Rückführung von Asylsuchenden gemäss Schengen-Dublin-Abkommen weiterhin. Theoretisch gibt sich Italien zwar kooperativ, doch in der Praxis hapert die Zusammenarbeit stark.

Jetzt legt Italien noch einen drauf. Laut «AZ» akzeptiert das Nachbarland nur gerade die Rückführung von maximal 250 Asylsuchenden. Und: Neu können die meist aus Nordafrika stammenden Menschen nur noch nach Mailand ausgeflogen werden, weil die Flüchtlingszentren in Rom alle bereits überbelegt sein sollen.

Angst vor rascher Rückkehr

Für die meist im Tessin untergebrachten Asylbewerber hat dies groteske Folgen. Sie müssen zuerst nach Zürich gebracht werden, weil es vom Tessin (Flugplatz Lugano-Agno) keine Flüge nach Mailand gibt. Zudem befürchten die Verantwortlichen im Tessin, dass die in der Schweiz abgewiesenen und nach Mailand transportieren Flüchtlinge sehr rasch wieder über die Grenze in die Schweiz einreisen und das leidige «Rückschaffungsspiel» erneut von vorne beginnt. Laut Statistik des Bundesamtes für Migration sind bereits 2011 bereits 14 Prozent der 3500 dank des Dublin-Abkommens in die sogenannten Erstasylländer zurückgeführten Asylsuchenden in die Schweiz zurückgekehrt.

Beim Bundesamt für Migration ist man sich den Schwierigkeiten im der Zusammenarbeit mit Italien bewusst. Es wurde deshalb Ende Januar beschlossen, dass in der Schweizer Botschaft in Rom zusätzlich eine Verbindungsperson stationiert werden soll, die sich ausschliesslich für Verbesserungen bei der Rückübernahme von Flüchtlingen zwischen Italien und der Schweiz einsetzen soll.

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