Aktualisiert 26.06.2017 02:04

Geldspritze

Italien hilft zwei serbelnden Banken

Rom stellt 5,2 Milliarden Euro zur Rettung von zwei Geldinstituten bereit. Damit sollen deren Kunden und die Wirtschaft geschützt werden.

von
chk
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Geldspritze: Die Banca Popolare di Vicenza wird von Rom gestützt. (Archivbild)

Geldspritze: Die Banca Popolare di Vicenza wird von Rom gestützt. (Archivbild)

Keystone/Andrew Medichini
Durch die Massnahme sollen die Bankkunden und die Wirtschaft geschützt werden: Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni. (25. Juni 2017)

Durch die Massnahme sollen die Bankkunden und die Wirtschaft geschützt werden: Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni. (25. Juni 2017)

Keystone/Claudio Peri
Die Unterstützung stehe im Einklang mit den EU-Regeln zu Regierungshilfen für Banken: Ministerpräsident Paolo Gentiloni (links) und Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan. (25. Juni 2017)

Die Unterstützung stehe im Einklang mit den EU-Regeln zu Regierungshilfen für Banken: Ministerpräsident Paolo Gentiloni (links) und Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan. (25. Juni 2017)

Keystone/Claudio Peri

Zur Stützung von zwei notleidenden Banken hat die italienische Regierung 5,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Mit der sofortigen Geldspritze soll gewährleistet werden, dass die Banken funktionsfähig bleiben. Die Europäische Zentralbank hatte am Freitag Insolvenzverfahren für Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza angeordnet, da die beiden Institute einem Zusammenbruch nahe seien.

Ministerpräsident Paolo Gentiloni sagte, die am Sonntag bei einer Sondersitzung des Kabinetts beschlossenen Massnahmen stünden im Einklang mit den EU-Regeln zu Regierungshilfen für Banken.

Veneto Banca and Banca Popolare di Vicenza kämpften mit umfangreichen Krediten, die nicht zurückgezahlt wurden. Gentiloni sagte, die italienische Grossbank Intesa Sanpaolo werde die guten Vermögenswerte der beiden Problembanken übernehmen.

Am Montag normal geöffnet

Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan versicherte den Italienern, dass die beiden Institute am Montag normal arbeiten würden, wenn sie nach dem Wochenende wieder eröffnen.

Gentiloni verteidigte den Schritt als notwendig um sicherzustellen, dass die allmähliche wirtschaftliche Erholung Italiens nicht durch eine ungeordnete Insolvenz der beiden Banken in Gefahr gerate. Die Massnahme habe vor allem das Ziel, Kontoinhaber und Sparer der beiden Banken, die Mitarbeiter der Geldinstitute und die Wirtschaft der Region zu schützen, «eine unserer wichtigsten», sagte Gentiloni.

Beide Banken haben ihren Sitz im nordöstlichen Veneto, einer der wirtschaftlich produktivsten Regionen Italiens. Zu ihren Kunden zählen vor allem klein- und mittelständische Betriebe, die für die italienische Volkswirtschaft enorm wichtig sind. Rettungsaktion kostet total 17 Milliarden

Minister Padoan sagte, die Rettungsaktion werde letztlich insgesamt fast 17 Milliarden Euro kosten, denn sie schliesse Garantien der italienischen Regierung über zwölf Milliarden ein. «Die Regierung hat europäische Regeln auf bestmögliche Art genutzt», sagte Padoan. Italienische Medien berichteten, dass bei einer Übernahme der beiden Banken durch Intesa Sanpaolo Tausende Mitarbeiter entlassen und Hundert kleinere Filialen geschlossen werden könnten.

Die Europäische Kommission stimmte den Massnahmen zu. Italien sehe die staatliche Hilfe für die Banken auch als nötig an, um wirtschaftliche Störungen in der Veneto-Region zu vermeiden, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Der Schritt entferne zudem rund 18 Millionen Euro an notleidenden Krediten aus dem italienischem Banken-Sektor und trage zu dessen Stärkung bei. (chk/ap)

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