Aktualisiert 07.06.2006 12:51

Italien: Maradona muss Rolex abgeben

Die italienische Steuerpolizei hat Diego Maradona zwei Luxusuhren vom Handgelenk Gottes gestreift und beschlagnahmt. Grund: die offenen Steuerrechnungen des Argentiniers aus seiner Zeit beim SSC Neapel.

Der Polizist Geremia Guercia berichtete am Mittwoch, er sei mit einem Kollegen im Anschluss an eine Pressekonferenz in der Nähe von Neapel zu Maradona gegangen und habe ihn aufgefordert, ihn in sein Büro zu begleiten.

Der Argentinier habe Rolex-Uhren an beiden Handgelenken getragen. Das habe ihn überrascht, sagte Guercia. Schliesslich wisse der Weltmeister von 1986, was ihn in Italien erwarte. Maradona sei am Dienstagabend sehr höflich und ruhig gewesen und habe beim Verlassen des Gebäudes Autogramme gegeben. Die Uhren sind rund 10.000 Euro wert, doch könnten sie bei der Versteigerung wegen ihres prominenten Vorbesitzers deutlich mehr bringen. Das Geld wird mit den 30 Millionen Euro Steuerschulden Maradonas aus den 80er Jahren verrechnet.

Offenbar gelang es Maradona aber noch, seine wertvollen Ohrringe vor dem Fiskus in Sicherheit zu bringen. Die «Gazzetta dello Sport» schrieb, diese seien aus Diamanten gewesen. Zwar trug Maradona sie noch, als er abgeführt wurde, aber nicht mehr, als er bei der Polizei ankam. «Vielleicht hatte er sie in einer Tasche», sagte Guercia. Aber er habe keine rechtliche Handhabe gehabt, Maradona zu durchsuchen.

Schon bei einem früheren Italien-Besuch der Kickerlegende wurde dem Polizisten zufolge das Honorar für einen Fernsehauftritt beschlagnahmt. Am Dienstag wollte Maradona an einem Wohltätigkeitsspiel für den Kauf eines Krankenwagens teilnehmen, das jedoch strömenden Regen zum Opfer fiel. (dapd)

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