Italien muss sich bis Donnerstag gedulden
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Italien muss sich bis Donnerstag gedulden

Die Wahlquerelen in Italien gehen noch ein wenig weiter: Das endgültige Ergebnis der Parlamentswahlen in Italien soll spätestens am Donnerstag bekannt gegeben werden.

Das Kassationsgericht in Rom, das über den Wahlausgang entscheiden muss, sollte noch am Dienstag rund 5000 Stimmzettel für Senat und Abgeordnetenkammer erhalten, deren Gültigkeit zuvor angezweifelt worden war, dies berichtete die Zeitung «La Repubblica» am Dienstag.

Der amtierende Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der nach bisherigen Rechnungen seinem Herausforderer Romano Prodi knapp unterlegen ist, hatte eine Kontrolle der Stimmzettel gefordert.

Ausserdem müssten die Richter überprüfen, ob Ex-Minister Roberto Calderoli (Lega Nord) mit seiner Behauptung Recht hat, dass 45 000 Stimmen unrechtmässig für das bisher als siegreich geltende Mitte- Links-Bündnis gezählt worden seien.

Die Stimmen der Alleanza Lombarda hätten nach den Worten Calderolis nicht gezählt werden dürfen, weil die Partei nur in einer Provinz angetreten war. «In weniger als 48 Stunden werden die beiden Schlüsselantworten bekannt gegeben», schrieb die Zeitung.

Prodi arbeitet an neuer Regierung ...

Obwohl das amtliche Wahlergebnis wegen des Streits um die ungültigen Stimmzettel noch nicht vorliegt, arbeitet Prodi bereits an seiner neuen Regierung. Er traf mit dem Chef der altkommunistischen Rifondazione comunista, Fausto Bertinotti, zusammen.

Dem Vernehmen nach soll Bertinotti den Posten des Präsidenten der Abgeordnetenkammer übernehmen. Als alternativer Kandidat gilt der Präsident der Linksdemokraten, Massimo D'Alema. Die Linksdemokraten sind die stärkste Einzelpartei im Mitte-Links- Bündnis.

Prodi will zudem den Vorsitzenden der Linksdemokraten, Piero Fassino, treffen, der als möglicher Wirtschaftsminister gehandelt wird. Prodi plant auch Gespräche mit dem Chef der Zentrumspartei Margherita, Francesco Rutelli.

... Berlusconi hofft auf Revanche

Berlusconi und sein Bündnis «Haus der Freiheiten» hofft derweil auf eine Revanche bei den Teilkommunalwahlen vom 28. Mai. Dabei werden die Gemeinderäte der grössten italienischen Städte - Rom, Mailand, Turin und Neapel - erneuert.

Gewählt wird auch in acht Provinzen und 1250 Gemeinden Siziliens. Dabei wird auch der Regionalrat Siziliens neu gewählt. Die Stichwahlen unter den beiden Kandidaten für den Bürgermeisterposten, die weniger als 50 Prozent der Stimmen erhalten haben, sind am 11. Juni geplant.

(sda)

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