Aktualisiert 16.05.2020 09:36

Ab 3. Juni

Italien öffnet Grenze – was macht die Schweiz?

Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben. Jetzt äussert sich Bundesrätin Karin Keller-Sutter.

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Einreise bald wieder möglich: Ab dem 3. Juni will Italien seine Grenzen wieder öffnen.

Einreise bald wieder möglich: Ab dem 3. Juni will Italien seine Grenzen wieder öffnen.

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Dann könnten Menschen aus der EU und dem Schengen-Raum wieder einreisen – auch ohne danach zwei Wochen in Quarantäne zu gehen.

Dann könnten Menschen aus der EU und dem Schengen-Raum wieder einreisen – auch ohne danach zwei Wochen in Quarantäne zu gehen.

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Bisher ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener im Ausland, die in ihre Heimat zurück wollen oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.

Bisher ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener im Ausland, die in ihre Heimat zurück wollen oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.

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Darum gehts

  • Italien will ab 3. Juni die Grenzen wieder öffnen.
  • Beim Staatssekretariat für Migration nimmt man den Entscheid zur Kenntnis.
  • Nächste Woche sind bilaterale Gespräche geplant.

Italien will die Einreise für Ausländerinnen und Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben. «Das ist ein einseitiger Entscheid Italiens, den ich zur Kenntnis nehme», sagte Bundesrätin Karin Keller-Sutter in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Die Schengenstaaten seien nicht darüber informiert worden.

«Die Schweiz wird eigenständig entscheiden, ob sie zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Personen aus Italien wieder einreisen lässt», sagte die Justizministerin. «Wir hatten Kontakt mit Italien letzte Woche, da war noch keine Rede von dieser Öffnung.» Für sie sei klar, dass der Entscheid Italiens auch dem wirtschaftlichen Druck geschuldet sei, wegen des Tourismus.

Sie habe ohnehin in den nächsten Tagen ein Gespräch mit der zuständigen italienischen Innenministerin Luciana Lamorgese geplant. «Mir ist es auch wichtig, dass wir uns in dieser Frage stark mit dem Kanton Tessin absprechen, der ja sehr stark von der Pandemie betroffen war.»

Sie bevorzuge ein koordiniertes Vorgehen mit allen Nachbarstaaten, sagte Keller-Sutter. Die Schweiz habe sich mit Deutschland, Österreich und Frankreich bereits auf ein Grenzöffnung am 15. Juni geeinigt.

Lockerungsschritte abstimmen

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) teilte am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit, man sei mit den italienischen Behörden in Kontakt. Kommende Woche seien «wieder bilaterale Gespräche geplant, an denen wir mögliche Lockerungen an der Grenze diskutieren werden».

Ziel sei, mögliche Lockerungsschritte gut aufeinander abzustimmen und zu koordinieren. Sobald es Entscheide gebe, würden diese kommuniziert.

Die Grenzöffnung in Italien steht gemäss dem Entscheid der Regierung unter dem Vorbehalt, dass die Infektionsgeschehen in einzelnen Regionen oder Staaten es zulassen. In eine zwei Wochen lange Quarantäne müssen nach der Einreise nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet worden sind.

Zurzeit ist eine Einreise nach Italien nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener, die sich im Ausland aufhalten und in ihre Heimat zurück wollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.

Einer der strengsten Lockdowns

Italien ist von der Covid-19-Lungenkrankheit so stark wie wenig andere Länder in der EU betroffen, bisher starben fast 32'000 Menschen. Insgesamt haben sich nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 223'000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Infektionszahlen gehen aber seit längerer Zeit zurück. Das Land hatte Anfang März einen der strengsten und längsten Lockdowns in der EU verhängt.

Eine Grenzöffnung zur Sommersaison ist vor allem für die Tourismusbranche wichtig, die einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens ist.

(SDA)

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185 Kommentare
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tessinbern

17.05.2020, 09:14

bitte öffnen

Best Friend

17.05.2020, 08:10

Weil es so viele uneinsichtige Vollidioten gibt, die einfach aus Trotz herumreisen wollen müssen die Grenzen vorerst zubleiben. Für alle Lockerungen braucht es ein Schutzkonzept. Die Grenze sollte erst wieder aufgehen , wenn in der Schweiz alle Einschränkungen aufgehoben wurden. Die Grenze ist kein Gefängniss sonder ein Schutz.

4054

17.05.2020, 07:58

Sollten unsere Bundesräte die Grenze zu Italien öffnen, nützt unser Händewaschen, die Abstandsregel und das Versammlungsverbot für mehr als fünf Personen nichts mehr. Somit werde ich mich dann auch nicht mehr daran halten.