Italien: Schadenersatz
Aktualisiert

Italien: Schadenersatz

Weil sie jahrelang ein Büro mit qualmenden Kollegen teilen musste, ist eine Italienerin an Lungenkrebs gestorben. Den Hinterbliebenen wurden jetzt 600000 Franken Schadenersatz zugesprochen.

Das Bildungsministerium, in dem die Frau tätig war, muss 400000 Franken für

die erlittene medizinische

Erkrankung sowie weitere 200000 Franken für die moralische Verletzung zahlen. Ähnliche Urteile sind aus Europa nicht bekannt.

Die Frau hatte in jenem Ministerium sieben Jahre lang in einem Zimmer mit mehreren Rauchern arbeiten müssen. Trotz Beschwerden sei sie nicht in ein anderes Zimmer versetzt worden, zu Hause hätten weder ihr Ehemann noch ihre Tochter geraucht. 1992 stellten die Ärzte bei ihr Lungenkrebs fest, der eindeutig durch Tabakrauch verursacht worden sei. Nach Lungenoperation und Chemotherapie starb die Frau vor einigen Jahren im Alter von 57 Jahren bei einem Verkehrsunfall.

«Das Urteil eröffnet den Weg für Tausende Prozesse für all die Fälle, in denen Arbeitnehmer unter dem Tabakqualm ihrer Kollegen leiden mussten», kommentierte der Anwalt, der vor Gericht die Klage vertreten hatte.

Deine Meinung