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Italien schickt Truppen in den Libanon

Die italienische Regierung hat der Entsendung von Soldaten für die geplante internationale Libanontruppe zugestimmt. Wieviele Soldaten in den Libanon verschifft werden sollen ist noch unklar.

Zuvor war verlautet, das Land sei bereit, bis zu 3000 Soldaten zu schicken. Damit würde Italien eines der grössten Kontingente entsenden. Der Kabinettsbeschluss werde nun dem Parlament vorgelegt, sagte Verteidigungsminister Arturo Parisi nach der ausserordentlichen Kabinettssitzung.

Teilweise noch unklar bleibt die Beteiligung anderer Länder. Die französische Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie trat im französischen Radio Vorwürfen entgegen, Frankreich wolle kneifen: «Seit Beginn der Krise steht es in der ersten Reihe und gibt den grössten Beitrag», sagte sie am Freitag.

Frankreichs Zusagen

Frankreich hat bislang zugesagt, bis Februar die UNIFIL weiter führen zu wollen. Sie steht bereits jetzt unter französischem Kommando; 200 Franzosen sind bereit Teil der «alten» UNIFIL. Weiter hat Frankreich angekündigt, ein Pionierbataillon mit 200 Soldaten und 15 Behelfsbrücken nach Libanon zur UNIFIL zu entsenden.

Paris lasse auch 1700 Soldaten auf vier Schiffen vor Ort, die bisher zu Flüchtlingstransporten eingesetzt wurden. Alliot-Marie forderte unter Hinweis auf «schmerzhafte Erfahrungen» in Bosnien und Afrika «eine effiziente UNIFIL» mit einem präzisen Mandat.

In Bosnien habe Frankreich 71 Mann verloren und im Kongo habe die EU eingreifen müssen, um UNO-Truppen zu helfen. Eine verstärkte UNIFIL brauche mehr Mittel und ein verstärktes Offizierskorps.

Hauptproblem Hisbollah-Entwaffnung

In New York waren Vertreter zahlreicher Mitgliedstaaten zusammengekommen, um ihre jeweiligen Beiträge für die bis zu 15 000 Mann starke UNO-Friedenstruppe vorzustellen. Sie soll die libanesischen Soldaten dabei unterstützen, nach dem Krieg für Ruhe und Ordnung in Südlibanon zu sorgen.

Nach einem Bericht von «El País» besteht das Hauptproblem bei der Bildung der UNO-Truppe darin, dass niemand die Aufgabe übernehmen wolle, die Hisbollah-Miliz zu entwaffnen. Spanien trete dafür ein, dass die UNO-Truppen ein völlig neues Mandat des Sicherheitsrats erhalten.

Sieben Staaten machten nach Angaben des UNO-Vize- Generalsekretärs Mark Malloch Brown feste Zusagen. Neben Frankreich nannte ein Diplomat auch die Länder Bangladesch, Indonesien, Malaysia, Nepal und Dänemark.

Deutschland will Marine-Einheiten, Polizisten und Zollbeamte stellen. Die Marine könne entlang der libanesischen Küste patrouillieren, um den Waffenschmuggel zu unterbinden, sagte der deutsche UNO-Botschafter Thomas Matussek in New York. (sda)

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