Italien setzt kiffen mit fixen gleich
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Italien setzt kiffen mit fixen gleich

Wer sich in Italien einen Joint dreht, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Das italienische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das die Trennung zwischen weichen und harten Drogen aufhebt.

Das Gesetz wurde mit 271 zu 190 Stimmen angenommen. Der Senat hatte bereits Ende Januar zugestimmt. Das Gesetz sieht Haftstrafen für den Handel und Besitz auch kleinerer Rauschgiftmengen vor.

Es grenze an Wahnsinn, diejenigen, die einen Joint rauchen, genauso zu behandeln wie die, die sich Heroin spritzen, sagte Patrizio Gonnella, Präsident der Organisation Antigone, die sich für die Rechte Inhaftierter einsetzt.

Das Gesetz werde unzählige junge, nicht vorbestrafte Konsumenten von Haschisch und Marihuana ins Gefängnis bringen, erklärte Gonnella weiter.

Die strengen Massnahmen gehen auf eine Initiative von Italiens Aussenminister Gianfranco Fini von der rechten Nationalen Allianz (AN) zurück. Bereits am Dienstag hatten hunderte Jugendliche gegen das Gesetz protestiert und vor dem Parlament lila Räucherkerzen und Marihuana-Joints angezündet.

Nach dem neuen Gesetz soll der Besitz von bedeutenden Drogenmengen mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden. Geringe Drogenvergehen sollen mit einer Geldstrafe oder dem Entzug von Führerschein oder Reisepass geahndet werden.

(sda)

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