Unbezahlte Bussen: Italien verfolgt Schweizer Verkehrssünder
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Unbezahlte BussenItalien verfolgt Schweizer Verkehrssünder

Seit Jahren ärgern sich die italienischen Behörden über ausländische Autofahrer, die ihre Bussen nicht bezahlen. Jetzt wollen sie Ernst machen.

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vro
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Nicht jeder Schweizer, der in Italien eine Verkehrssünde begeht, zahlt seine Busse.

Nicht jeder Schweizer, der in Italien eine Verkehrssünde begeht, zahlt seine Busse.

AP/Luca Bruno
Dagegen wollen die Behörden nun mit neuen Mitteln vorgehen.

Dagegen wollen die Behörden nun mit neuen Mitteln vorgehen.

Mario de Renzis
Eine Frau wurde deshalb vor den Friedensrichter geladen.

Eine Frau wurde deshalb vor den Friedensrichter geladen.

Andrea Merola

Park- oder Geschwindigkeitsbussen, Autobahngebühren – ein Verstoss gegen die Strassen- und Verkehrsgesetze können auch im Ausland schnell passieren. Viele Schweizer, die in Italien gebüsst wurden, zeigen sich jedoch nicht allzu zahlungsfreudig. Bereits in der Vergangenheit hatten die Behörden im Nachbarland versucht, über private Inkassofirmen an ihr Geld zu gelangen. Damals wurden sie jedoch vom Bund gestoppt.

Jetzt nehmen sie einen neuen Anlauf, wie der Fall einer Frau zeigt, den der «Beobachter» veröffentlichte. Sie hat über das Solothurner Richteramt Dorneck-Thierstein ein Schreiben einer Anwaltskanzlei aus Italien erhalten. Darin stand, dass sie in Ancona vor den Friedensrichter treten müsse.

Neues Phänomen

Die Frau hatte einst eine Parkbusse erhalten und nicht auf die Zahlungsaufforderungen des Inkassobüros reagiert. Laut dem TCS-Rechtsschutzexperten Paolo Ferrazzini kann nun der Friedensrichter selbst bei Nichterscheinen der Frau ein Urteil erlassen, schreibt die Zeitschrift. Dabei gelte das italienische Recht.

Solche Vorladungen seien ein neues Phänomen. Am sichersten sei, in diesem Fall einen italienischen Anwalt einzuschalten, der in der Sache verhandelt oder vor den Friedensrichter tritt, sagt Ferrazzini. Andernfalls drohen eine Busse, Inkasso- und Gerichtskosten.

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