Aktualisiert 22.12.2003 10:57

Italien: Wilde Streiks

In Genua beispielsweise sind seit Samstag keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr unterwegs. Dagegen scheint sich die Lage in Rom und Mailand zu normalisieren.

Am Wochenende standen in Dutzenden italienischen Städten, darunter Mailoand, Rom, Florenz und Bologna, die öffentlichen Verkehrsmittel ganz oder fast ganz still. Obwohl Innenminister Giuseppe Pisanu am Sonntag mit Klagen gedroht hatte, streikten die Busfahrer in Trient und Genua am Montag weiter.

Um ein weiteres Chaos in der Weihnachtswoche zu vermeiden, hatte der Innenminister die Polizeichefs am Sonntag zur «gesetzlichen Einberufung» der Bediensteten der lokalen Verkehrsgesellschaften aufgefordert. Sie sind somit zur Arbeit gezwungen, wollen sie ein Strafverfahren vermeiden.

Die Streikwelle am Wochenende richtete sich gegen den Tarifabschluss für die insgesamt rund 100 000 Beschäftigten im Nahverkehr. Gewerkschaften und Regierung hatten sich am Samstag nach monatelangem Streit auf Gehaltserhöhungen von rund 125 Franken pro Monat und eine Einmalzahlung von knapp 1500 Franken geeinigt.

Ungeachtet der Aufrufe der Gewerkschaften für ein Streikende hatten die Bediensteten am Sonntag beschlossen, den «wilden Streik» fortzusetzen. Die Gewerkschaften zeigten dafür durchaus Verständnis.

«Das öffentliche Verkehrssystem steht vor dem Zusammenbruch, der Staat kümmert sich nicht darum», erklärte der Chef des stärksten Gewerkschaftsverbands des Landes, Cgil, Guglielmo Epifani.

(sda)

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