Italien will Pelz und Pelzfarmen verbieten

Im Winter säumt Pelz Mützen und Jacken: Italien will jetzt die Pelztierzucht verbieten.

Im Winter säumt Pelz Mützen und Jacken: Italien will jetzt die Pelztierzucht verbieten.

Unsplash/Adam Birkett
Publiziert

«Historischer Sieg»Italien schliesst alle Pelzfarmen und verbietet Pelztierzucht

Der italienische Senat winkt ein landesweites Verbot der Pelztierzucht und die Schliessung aller Nerzfarmen im nächsten Halbjahr durch. Tierschutzorganisationen freuen sich über diesen Schritt.

von
Johanna Senn

Die Verwendung von Pelz ist in der Mode ein kontroverses Thema. In Italien wurde diese Woche nun ein Antrag angenommen, der alle Pelztierfarmen schliessen und die Pelztierzucht verbieten will. Die Entscheidung bedarf zwar noch der endgültigen Zustimmung des Parlaments, es wird aber erwartet, dass sie auch da durchkommt. Das würde Italien mit Ländern wie Slowenien, Kroatien und Österreich zum 16. Land in Europa machen, das Pelz verbietet. Frankreich hat erst im November auch nachgezogen und Israel hat im Juni als erster Staat ein Verkaufsverbot für Pelze erlassen.

Künftig soll es in Italien keinem Nerz mehr an den Pelz gehen.

Künftig soll es in Italien keinem Nerz mehr an den Pelz gehen.

Instagram/Humanesociety

Ein Zeichen für das Tierwohl

«Das ist ein historischer Sieg für den Tierschutz in Italien», sagt Martina Pluda, Direktorin der Tierschutzorganisation Humane Society International in Italien. Die Abstimmung über den Antrag sei nach Gesprächen mit der Organisation geschehen sowie nachdem diese ihren jüngsten Bericht namens «Mink breeding in Italy: Mapping and future perspectives» (auf Deutsch: «Nerzzucht in Italien: Abbildung und Zukunftsperspektiven») veröffentlicht hatte. «Es gibt ganz klare Gründe für die Schliessung und das Verbot von Pelztierfarmen: wirtschaftliche, ökologische, gesundheitliche und natürlich tierschutzrelevante», erklärt Martina Pluda.

«Mit der Abstimmung wird anerkannt, dass die Zulassung der Massenzucht von Wildtieren für Pelzmode ein Risiko für Tiere und Menschen darstellt, das durch die begrenzten wirtschaftlichen Vorteile für eine kleine Minderheit, die in dieser grausamen Industrie tätig sind, nicht gerechtfertigt werden kann», freut sich die Tierschützerin. So verzichten in Italien bereits zahlreiche Luxusmarken wie Valentino, Armani, Gucci, Prada und Versace auf Pelz.

Pelz in der Schweiz

Sofortiges Verbot der Pelztierzucht

Der angenommene Antrag beinhaltet, dass die zehn restlichen Pelzfarmen in Italien in den nächsten sechs Monaten geschlossen werden. Dazu herrscht ein sofortiges Verbot der Zucht von Pelztieren. Die betroffenen Landwirte werden durch einen Fonds in der Höhe von drei Millionen Euro im Jahr 2022 unterstützt.

«Ein Traum wird wahr, den Tierschutzverbände in unserem Land seit Jahrzehnten pflegen», sagt Michela Vittoria Brambilla, Präsidentin der parlamentarischen Intergruppe für Tierrechte und der Italienischen Liga für den Schutz von Tieren und Umwelt zum Entscheid. «Jetzt warten wir auf die endgültige Verabschiedung des Haushaltsgesetzes, aber der politische Wille ist klar zum Ausdruck gebracht worden.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

My 20 Minuten

Deine Meinung

63 Kommentare