Vize-Aussenminister: Italien zahlte Lösegeld für Geiseln
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Vize-AussenministerItalien zahlte Lösegeld für Geiseln

Italien ist in der Vergangenheit oftmals kritisiert worden, dass sie Bürger mit Lösegeld freikaufen. Der Vize-Aussenminister hat dies nun implizit bestätigt.

Die englischsprachige Presse wirft Italien immer wieder vor, für die Freilassung entführter Bürger Lösegeld zu zahlen.

Die englischsprachige Presse wirft Italien immer wieder vor, für die Freilassung entführter Bürger Lösegeld zu zahlen.

Der italienische Vize-Aussenminister Lapo Pistelli hat implizit eingestanden, dass Italien in einigen Fällen für die Freilassung entführter Bürger Lösegeld gezahlt hat. Das Vorgehen variiere von Fall zu Fall, sagte Pistelli am Dienstag im italienischen Rundfunk.

In der «Mehrheit der Fälle», bei denen die Freilassung der Geiseln erreicht wurde, sei kein Geld geflossen. Die Regierung habe bisher nie militärisch eingegriffen, doch bedeute dies auch nicht, dass sie stets Geld gezahlt habe. Das Prinzip, grundsätzlich kein Lösegeld zu zahlen, nannte Pistelli «ein wenig mechanisch».

Die englischsprachige Presse wirft Italien immer wieder vor, für die Freilassung entführter Bürger Lösegeld zu zahlen. Washington lehnt dies strikt ab, um die Entführer nicht zu weiteren Geiselnahmen zu ermutigen. Derzeit befinden sich weltweit sechs Italiener in Geiselhaft: drei in Syrien, zwei in Libyen und einer in Pakistan. (sda)

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