Aktualisiert 27.05.2006 07:10

Italien zieht Soldaten aus Irak ab

Italien wird bereits im kommenden Monat seine Truppen im Irak von 2700 auf 1600 Mann reduzieren und damit den Irak-Kurs der Regierung Berlusconi korrigieren.

«Wir haben entschieden, die Kampftruppen abzuziehen», sagte Aussenminister D'Alema in der Sendung «Otto e mezzo». In den darauf folgenden Monaten würden die Truppen ganz abgezogen, sagten er ohne einen genauen Zeitplan zu nennen. Er kündigte jedoch an, der Zeitplan werde in den «nächsten Tagen» vorgelegt werden.

Ein sofortiger Abzug der Truppen sei aus «technischen Gründen» nicht möglich. Italien wolle dafür - in Absprache mit der irakischen Regierung - seine «zivile» Präsenz im Land verstärken, sagte der Vize-Premier der neuen Mitte-Links-Regierung weiter.

Den Abzug der Soldaten hatte Regierungschef Romano Prodi bereits vor zehn Tagen in seiner Regierungserklärung vor dem Senat in Rom verkündet, wo er die Teilnahme Italiens am Irak-Krieg als «schweren Fehler» bezeichnet hatte. Prodi hatte bei seiner Ankündigung aber weder Zahlen noch einen Zeitrahmen genannt.

Später hiess es, Italien werde seine Soldaten bis Ende Jahr abgezogen haben. Dies hatte bereits die Mitte-rechts-Regierung von Prodis Vorgänger Silvio Berlusconi verkündet. D'Alema sagte nun, der Zeitplan der Regierung Prodi werde sich von jenem der Regierung Berlusconi «unterscheiden». Er nannte dabei keine Details.

Berlusconi hatte im Juni 2003 die ersten Soldaten in den Irak geschickt. An der von den USA geführten Invasion im März hatte Italien noch nicht teilgenommen. Die meisten italienischen Soldaten sind in Nasirija im Süden Iraks stationiert.

Erst Ende April waren drei italienische Soldaten bei einem Anschlag in Nasirija getötet worden. Der schwerste Anschlag gegen die italienischen Truppen erreignete sich im November 2003. Damals riss ein Selbstmorattentäter 19 Italiener im Hauptquartier der italienischen Militärpolizei in Nasirija mit sich in den Tod. (sda)

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