27.12.2016 17:57

Attentäter erschossenItaliener fürchten sich vor Rache des IS

Die beiden Polizisten, die den Berliner Attentäter stoppten, werden gefeiert. Doch es gibt Polemiken – und echte Gefahren.

von
vin/pat
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Christian Movio wurde bei der Schiesserei an der Schulter verletzt.

Christian Movio wurde bei der Schiesserei an der Schulter verletzt.

Twitter/La Repubblica
Der Polizist muss operiert werden.

Der Polizist muss operiert werden.

AFP/Handout
Der 36-Jährige stellte mit seinem Kollegen Luca Scatà den gesuchten Verdächtigen Anis Amri in einem Vorort von Mailand. Bei einer Routinekontrolle hatte dieser plötzlich eine Waffe gezogen.

Der 36-Jährige stellte mit seinem Kollegen Luca Scatà den gesuchten Verdächtigen Anis Amri in einem Vorort von Mailand. Bei einer Routinekontrolle hatte dieser plötzlich eine Waffe gezogen.

Twitter/La Repubblica

Luca Scatà (29) und Cristian Movio (35) sind die Helden der Stunde. In Deutschland gibt es einige Politiker, die die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die italienischen Polizisten fordern.

Die vielen Ehrbezeugungen empfinden die Betroffenen eher als unangenehm. «Ich habe nichts Heroisches gemacht, sondern nur meine Arbeit erledigt», sagte Cristian Movio, den der Attentäter von Berlin, Anis Amri, angeschossen hatte.

Helden unter Polizeischutz

Movio konnte das Spital wieder verlassen. Dessen Eltern sind stolz, aber auch beunruhigt, weil die Identität ihres Sohnes publik geworden ist.

Höchste Regierungsstellen hatten die Namen der beiden Polizisten publik gemacht – und sie ernteten dafür viel Kritik und Häme. Seither stehen sie rund um die Uhr unter Polizeischutz.

Personenkontrollen, Barrieren aus Zement und Sondereinheiten

Nach dem Tod Amris «befürchten wir Racheaktionen gegen uns», sagte Maurizio Vallone, der den landesweiten Polizeieinsatz im Kampf gegen den Terror koordiniert. Mit dem Attentäter von Berlin habe die Polizei in Italien erstmals einen islamistischen Terroristen getötet, darum stünden Polizisten wohl zuoberst auf der Liste möglicher Anschlagsziele, meinte Vallone.

Laut Vallone werden bei allen Grossveranstaltungen an Silvester Personenkontrollen durchgeführt, wie sie bei Fussballstadien praktiziert werden. Zudem sollen rund um die Veranstaltungsorte Barrieren aus Zement sowie weitere Hindernisse aufgestellt werden, um allfällige Attacken mit Lastwagen oder anderen Fahrzeugen zu verhindern. Und nicht zuletzt werden Anti-Terror-Spezialeinheiten zum Einsatz kommen.

Übernommen von Tagesanzeiger/Newsnet, bearbeitet von 20 Minuten

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