24.09.2014 23:43

Skript geschriebenItaliener kann WhatsApp-User stalken

Mit einem simplen Skript kann ein 21-jähriger Student aus Turin das Nutzungsverhalten von WhatsApp-Usern überwachen. Damit kritisiert er die Privatsphäreeinstellungen des Dienstes.

von
sts
Jeder WhatsApp-Nutzer kann sehen, wann seine Kontakte online sind. Diese Information lässt sich nicht verbergen.

Jeder WhatsApp-Nutzer kann sehen, wann seine Kontakte online sind. Diese Information lässt sich nicht verbergen.

WhatsApp macht seine User mit den Hinweisen «online» und «schreibt...» darauf aufmerksam, dass Chatpartner gerade den Instant-Messaging-Dienst benutzen. Anders als die Anzeige «Zuletzt online» ist es nicht möglich, obenstehende Hinweise zu deaktivieren. Es lässt sich also nicht verbergen, dass man gerade online ist oder eine Nachricht verfasst. Diese Information ist für alle WhatsApp-Nutzer sichtbar, die über die Telefonnummer des Chatpartners verfügen und diese zu ihren Kontakten hinzugefügt haben.

Genau diese Eigenschaft machte sich ein 21-jähriger Student aus Turin zunutze. Der junge Italiener hat ein Skript geschrieben, mit dessen Hilfe sich das WhatsApp-Nutzungsverhalten von Freunden und Fremden aufzeichnen lässt. Er könne damit erfassen, wann Nutzer online waren und wann nicht, schreibt Flavio Giobergia in einem Beitrag auf seiner Website. Darin schreibt der Turiner über «Spass und Stalking mit WhatsApp».

Mittels Zeichenerkennung wird Status abgelesen

Das Skript des Italieners funktioniert relativ einfach. Es sorgt dafür, dass immer wieder Screenshots aus dem WhatsApp-Client gemacht werden. Aus diesen Bildschirmfotos wird mittels optischer Zeichenerkennung abgelesen, ob der Status gerade «online» oder «schreibt...» ist. So muss das Skript nicht mit den Servern des Instant-Messaging-Dienstes direkt kommunizieren. «Würde mich die wöchentliche WhatsApp-Aktivität von jemandem interessieren, könnte ich die ganze Zeit irgendein Skript laufen lassen. Dieses würde dann protokollieren, wann eine Person online zu sehen ist», so Giobergia.

Mit seinem Versuch möchte der Student die Privatsphäreeinstellungen von WhatsApp kritisieren. Auf den ersten Blick höre sich das vielleicht nicht so schlimm an, gibt der Turiner im Website-Beitrag zu. Doch mit den erhaltenen Daten lasse sich nach einem längeren Beobachtungszeitraum rekonstruieren, wann ein Chatpartner üblicherweise beschäftigt ist, wie seine Arbeitszeiten aussehen oder wann er schläft.

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