Lohn ohne Arbeit: Italiener blieb 15 Jahre von der Arbeit fern
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Über eine halbe Million Euro bezogenItaliener kassierte 15 Jahre Lohn, ohne dafür zu arbeiten

In Süditalien ist ein Mann aufgeflogen, der 15 Jahre lang Lohn erhielt, obwohl er nie zur Arbeit erschien. Insgesamt ergaunerte er sich so umgerechnet fast 600’000 Franken.

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Im italienischen Catanzaro flog ein Mann auf, der 15 Jahre lang ohne zu arbeiten Lohn bezog.

Im italienischen Catanzaro flog ein Mann auf, der 15 Jahre lang ohne zu arbeiten Lohn bezog.

Wikipedia/Robin Mercuri
Salvatore Scumace war im Spital Ospedale Pugliese angestellt.

Salvatore Scumace war im Spital Ospedale Pugliese angestellt.

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Catanzaro ist die Hauptstadt der Region Kalabrien.

Catanzaro ist die Hauptstadt der Region Kalabrien.

Darum gehts

  • Der heute 67 Jahre alte Süditaliener Salvatore Scumace kassierte 15 Jahre lang Lohn, ohne auch nur einen Tag zu arbeiten – insgesamt 538’000 Euro (593’000 Franken).

  • Um dies zu erreichen, schüchterte ein «bedeutender Mann» den Vorgesetzten Scumaces ein.

  • Bei seinem Betrug wurde er jahrelang von Mitabeitern gedeckt.

Im Jahr 2005 wurde Angela Merkel zur deutschen Bundeskanzlerin gewählt, Youtube gegründet, der Airbus A380 absolvierte seinen Erstflug – und der Süditaliener Salvatore Scumace (heute 67) erschien zum letzten Mal zur Arbeit im Pugliese-Spital in der kalabrischen Stadt Catanzaro. Seinen Lohn kassierte er allerdings weiter – immerhin 15 Jahre lang. Nun flog er im Rahmen der Aktion «Teilzeit» der italienischen Guardia di Finanza auf, wie calabrianews.it berichtet.

Insgesamt soll Scumace so über die Jahre 538’000 Euro Lohn erhalten haben, die ihm nicht zustanden. Im Zuge der Ermittlungen kam heraus, dass der bereits im Spital angestellte Scumace 2005 intern ins Fire Emergency Operations Center des Spitals gewechselt hatte. Dort fing er aber nie an, wie aus den entsprechenden Unterlagen hervorging.

Mit Gewaltandrohung erpresst

Um dies zu ermöglichen, setzte er seinen neuen Chef massiv unter Druck. Wie die Polizei mitteilt, sei «eine bedeutende Persönlichkeit» aus dem Bekanntenkreis von Scumace unangemeldet im Büro seines Vorgesetzten erschienen und habe diesen mit kaum verhüllten Drohungen gegen ihn und seine Familie dazu gebracht, die Akten über Scumace herauszugeben und dessen Abwesenheit zu tolerieren. Als der Mann pensioniert wurde, ging der Betrug weiter.

Im Juli 2020 begann die Guardia di Finanza zu ermitteln und erfuhr, dass das Spital selbst ein Disziplinarverfahren gegen Scumace eingeleitet hatte. Da dessen Vorgesetzte ihn aber deckten, verlief das Verfahren im Sand. Nun wird auch gegen die betroffenen Mitarbeiter ermittelt. Der Staatsanwalt hat Anklage gegen insgesamt sieben Personen erhoben. Es geht um Amtsmissbrauch, Fälschung und schwere Erpressung.

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(trx)

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