Strassenverkehr: Italiener lachen Schweizer Autofahrer aus
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StrassenverkehrItaliener lachen Schweizer Autofahrer aus

In einer Facebook-Gruppe werden Fotos von fehlbaren Schweizer Autofahrern gezeigt. Dabei passten sich diese nur an, sagt der Macher der Seite.

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20 minuti/ehs
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Eine Facebook-Seite sammelt Fotos von Schweizern, die sich in Italien nicht an die Strassenverkehrs-Regeln halten. Egal, ob über drei Parkplätze hinaus geparkt wird ...

Eine Facebook-Seite sammelt Fotos von Schweizern, die sich in Italien nicht an die Strassenverkehrs-Regeln halten. Egal, ob über drei Parkplätze hinaus geparkt wird ...

facebook.com/svizzeriintalia
... oder der Pickup-Truck provokativ auf dem Behindertenparkplatz steht: Hier kriegen alle ihr Fett weg. Der Macher der Seite verteidigt die Schweizer allerdings.

... oder der Pickup-Truck provokativ auf dem Behindertenparkplatz steht: Hier kriegen alle ihr Fett weg. Der Macher der Seite verteidigt die Schweizer allerdings.

facebook.com/svizzeriinitalia/
Sie lebten in einem Land voller Regeln. In Italien fühlten sie sich freier. Auch das Tessiner Fernsehen wurde von den Machern beim Regelverstoss erwischt.

Sie lebten in einem Land voller Regeln. In Italien fühlten sie sich freier. Auch das Tessiner Fernsehen wurde von den Machern beim Regelverstoss erwischt.

facebook.com/svizzeriinitalia/

«Schweizer, die in Italien auf die Regeln im Strassenverkehr pfeifen», lautet der sinngemässe Titel einer italienischen Facebook-Gruppe. Dort werden Fotos von Schweizern gezeigt, die mit ihrem Auto in Italien Regeln brechen. Zu sehen ist etwa ein auf Bahngleisen parkiertes Auto mit Tessiner Nummernschild, ein Bündner, der eine Ausfahrt zuparkt oder ein Basler, der seinen Pickup-Truck quer auf den Behindertenparkplatz stellt.

Die Fotos sind mit schnippischen Kommentaren unterlegt. «Wollen Sie auch einen Drink?», steht etwa zum Bild eines Audi-Fahrers, der sein Auto quer über drei Parkplätze stellt. Auch die Community diskutiert fleissig mit. Mal werden die Bussen aufgelistet, die drohen, mal werden die Schweizer ironisch in Schutz genommen: «Der hält nur den Platz für seinen Kollegen frei», heisst es etwa.

«Von der Umgebung beeinflusst»

Hinter der Seite steckt Ferruccio Cainero, ein 64-jähriger Künstler und schweizerisch-italienischer Doppelbürger. In seinen Shows thematisiert er die Beziehung zwischen Schweizern und Italienern oft auf humorvolle Art und Weise – auch jene auf der Strasse. Es sei normal, dass die Schweizer undiszipliniert würden, sobald sie nach Italien führen, sagt er. «Der Mensch ist von der Umgebung beeinflusst. Wenn er sieht, dass ein Verhalten weit verbreitet ist, macht er es nach.»

Zwar hätten auch nicht alle Italiener die Regelverletzung im Blut. Es gebe sehr viele gesetzestreue Bürger. Ein Drittel der Italiener habe aber keinen Sinn für Gefahren im Strassenverkehr. Schweizer hingegen lebten in einem Land voller Regeln und mit harten Strafen. Wenn sie über die Grenze führen, fühlten sie sich psychologisch freier – und zwar so stark, dass Cainero mittlerweile behauptet, Schweizer Autofahrer in Italien auch ohne Blick auf das Nummernschild erkennen zu können. Italiener, die in die Schweiz führen, benähmen sich hingegen dort deutlich besser als umgekehrt.

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