Eternit - Asbestfälle in Italien: Italiener wollen Schmidheiny vor Gericht bringen
Aktualisiert

Eternit - Asbestfälle in ItalienItaliener wollen Schmidheiny vor Gericht bringen

Der Turiner Staatsanwalt hat seine Ermittlungen zu den Asbest-Fällen der Fassadenherstellerin Eternit abgeschlossen. Nun soll sich das Strafgericht mit Stephan Schmidheiny und einem weiteren Verantwortlichen befassen.

Der Staatsanwalt beantragte am Freitag die Überweisung an das zuständige Gericht. Er wirft den beiden Männern vor, für zahlreiche, durch den Faserstoff Asbest verursachte Todes- und Krankheitsfälle ehemaliger Eternit-Mitarbeiter verantwortlich zu sein, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Der Schweizer Milliardär und einstige Eternit-Mehrheitsaktionär Stephan Schmidheiny und der ehemalige Verantwortliche von Eternit Italien, Jean-Louis de Cartier, sollen willentlich Vorsichtsmassnahmen unterlassen und einen Unfall grösseren Ausmasses vorsätzlich riskiert haben.

Ihnen wird zudem vorgeworfen, Reglemente zur Verhinderung arbeitsbedingter Krankheiten missachtet zu haben. Der Standort in Turin war eine von mehreren Produktionsstätten der 1986 in Konkurs gegangenen italienischen Eternit-Holding.

Gemäss Angaben der Zivilkläger starben rund 2000 Personen in Folge von Vergiftungen mit dem krebserregenden Stoff Asbest. Rund 700 weitere Personen seien an Staublungen oder Krebs erkrankt.

Bei den italienischen Strafbehörden waren mehrere hundert Klagen von ehemaligen Eternit-Angestellten oder deren Angehörigen eingereicht worden. In der Schweiz ist Asbest seit 1995 gänzlich verboten.

(sda)

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