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Ferien-ÄrgerItalienische Bussen sorgen für rote Köpfe

Bussen aus dem Ausland sind unschön und schon lange nicht mehr ignorierbar. Vor allem in Italien sorgen ZTL-Bussen für Ärger.

von
srt
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Über 5000 mal im Land montiert und Grund für jede Menge Ärger: Sogenannte ZTL-Zonen in Italien.

Über 5000 mal im Land montiert und Grund für jede Menge Ärger: Sogenannte ZTL-Zonen in Italien.

«Aus Italien erreichen uns sehr viele Anfragen von TCS Mitgliedern, die entweder eine sehr hohe oder eine stark verspätete Busse zugestellt erhalten. Diesen Trend stellen wir seit einigen Jahren fest», sagt Daniel Graf vom TCS.

«Aus Italien erreichen uns sehr viele Anfragen von TCS Mitgliedern, die entweder eine sehr hohe oder eine stark verspätete Busse zugestellt erhalten. Diesen Trend stellen wir seit einigen Jahren fest», sagt Daniel Graf vom TCS.

Neben immer mehr Blitzern sind ZTL-Zonen der andere Grund für den zunehmenden Ärger von Schweizer Touristen in Italien.

Neben immer mehr Blitzern sind ZTL-Zonen der andere Grund für den zunehmenden Ärger von Schweizer Touristen in Italien.

ADAC

Die Zeiten, in denen man Bussen aus dem Ausland mit einem müden Lächeln im Papierkorb entsorgen konnte, sind vorbei. Heute werden Bussen aus anderen Ländern genauso konsequent eingetrieben wie in der Schweiz. Deshalb empfiehlt es sich, ausländische Bussen genau gleich zu behandeln wie inländische. Heisst: Man sollte sie fristgerecht begleichen. Doch Busse ist nicht gleich Busse, und Ausland ist nicht gleich Ausland.

Kann ich mich gegen eine Busse wehren?

Wenn eine Busse wirklich nicht plausibel erscheint – etwa, weil man zum fraglichen Zeitpunkt gar nicht vor Ort war –, empfiehlt es sich, zuvor entsprechende Abklärungen zu treffen. Einsprache erheben kann man, wenn auf der Busse weder Ort noch Zeitpunkt der Übertretung eingetragen ist, oder wenn man beispielsweise zum fraglichen Zeitpunkt nicht am bezeichneten Ort war. «Auch wenn der Zeitpunkt der Übertretung vor über einem Jahr war, kann man sich wehren», sagt Daniel Graf vom TCS.

Wie geht man am besten vor?

Nach dem Erhalt einer Busse gibt es eine gesetzliche Frist, in der man die Busse zahlen muss oder Einsprache erheben kann. Die Einsprache sollte schriftlich erfolgen und allfällige Beweise dem Schreiben beigelegt werden. «Wir empfehlen die Einsprache in der Landessprache zu machen, da sie sonst in vielen Ländern nicht akzeptiert wird» sagt Graf. Man sollte sich zudem bewusst sein, dass eine abgelehnte Einsprache zu Mehrkosten führt.

Einkaufstourist macht sich über Busse lustig

Ein Basler macht sich in einem Beitrag des SWR lustig über eine 10-Euro-Busse, die er in Weil am Rhein (D) kassiert hat. (Video: Swissmeme)

Was passiert, wenn ich nicht zahle?

Dutzende missachten Fahrverbotsschild

Chaos am Bankverein. Ein Fahrverbotsschild wird regelmässig übersehen und führt zu Bussen.

Wer die Busse nicht bezahlt, muss damit rechnen, dass der Betrag mit jedem Mahnschreiben teurer wird. Viele Länder arbeiten mit Schweizer Inkassofirmen zusammen, welche die Bussgelder für sie eintreiben. Und: «Wer sich weiterhin weigert, die Busse zu bezahlen, muss zudem damit rechnen, dass er bei der nächsten Einreise Probleme haben könnte, da man vermutlich bei den Zollbehörden registriert ist», sagt Graf.

Der Spezialfall Italien

Seit einiger Zeit sorgen Bussen aus Italien für rote Köpfe bei Schweizer Automobilisten. «Aus Italien erreichen uns sehr viele Anfragen von TCS Mitgliedern, die entweder eine sehr hohe oder eine stark verspätete Busse zugestellt erhalten», bestätigt TCS-Sprecher Daniel Graf. Zum einen gibt es in Italien viele Blitzer, zum anderen die sogenannten «Zone a traffico limitato», kurz ZTL.

Was sind ZTL-Zonen?

Das sind Zonen in Städten, die gar nicht oder nur beschränkt befahren werden dürfen. Wer unerlaubt in eine der über 5000 ZTL-Zonen fährt, wird mit hohen Bussen bestraft. Das Problem dabei ist: ZTL-Zonen haben meist mehrere Einfahrtstore und sind speziell beschildert. Ortsunkundige erkennen solche Zonen meist nur schwer oder übersehen sie im Stress des Stadtverkehrs. Und Achtung: Gewisse Hotels befinden sich in ZTL-Zonen, hineinfahren darf man aber auch als Gast nicht.

Wie hoch sind die Bussen?

Die Bussen liegen zwischen 80 und 335 Euro. Die Zonen sind elektronisch überwacht und registrieren jedes Kontrollschild. Wer mehrfach in die selbe Zone fährt, erhält jedes Mal eine Busse. Bei Bussen von über 300 Euro geht das ganz schön ins Geld.

Wie kann ich mich gegen ZTL-Bussen wehren?

Das ist schwierig, da die ZTL-Zonen elektronisch überwacht sind und das Nummernschild des Fahrzeuges erfasst wird. Der Beweis für die Übertretung ist mit dem Zustellen der Busse deshalb erbracht. Zudem besteht die Gefahr, dass die Busse erhöht wird, wenn der Einspruch abgelehnt wird. Am besten sollte man sich bereits vor der Reise darüber informieren, wo es solche Zonen gibt. Hilfreich – die App ZTL Italia.

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