Aktualisiert 17.03.2004 19:52

Neu im Kino: «Si pensava di restare poco»

Italienische Einwanderer und ihre Geschichten

Filmporträt über Schweizer Secondos sizilianischer Abstammung.

Für den Interview-Termin mit dem Filmemacher Daniel von Aarburg und seiner Ehefrau Francesca Cangemi mussten fünf italienische Ehepaare und sechs Einzelpersonen aus Graubünden je zwanzig Fotos eigener Wahl mitbringen. In einstündigen Gesprächen erzählten sie den beiden Autoren ihre Lebensgeschichte: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind sie aus verschiedensten Gründen in die Schweiz ausgewandert. Sie stammen aus unterschiedlichen sozialen Milieus, arbeiten als Schuhmacher, Portiers, Fabrikarbeiterin, Lehrerin, Koch, Coiffeur, Haushälterin, Missionar, Serviertochter oder CEO.

Ihre Geschichten sind ähnlich und doch ganz verschieden: Sie erzählen davon, dass man die geliebte Heimat wegen des Geldes, der Liebe oder der Karriere verlassen musste und in der unwirtlichen Fremde, wo man mehr geduldet als akzeptiert war, das harte Brot der frühen Jahre ass. Sie erzählen aber auch davon, dass die Zeit und vor allem Kinder und Enkelkinder die Wunden des Heimatverlusts allmählich verheilen liessen und die Integration dieser ersten Generation italienischer Emigrantinnen und Emigranten doch noch möglich machten.

Die mit einfachsten Mitteln produzierte «Oral History» fasziniert gerade wegen ihrer Schlichtheit. Sehenswert!

(rei)

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