Fehlender Berufsnachwuchs: Italienische Lehrlinge kosten Wallis viel Geld
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Fehlender BerufsnachwuchsItalienische Lehrlinge kosten Wallis viel Geld

Immer häufiger stellen Walliser Handwerksbetriebe Lehrlinge aus Italien ein – zum Ärger der kantonalen Behörden.

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km
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In Oberwallisern Handwerksbetrieben herrscht Lehrlingsmangel. Die Betriebe wissen sich jedoch zu helfen. Vermehrt setzen sie auf Lehrlinge aus Italien.

In Oberwallisern Handwerksbetrieben herrscht Lehrlingsmangel. Die Betriebe wissen sich jedoch zu helfen. Vermehrt setzen sie auf Lehrlinge aus Italien.

Keystone/Martin Ruetschi
Auch eine Haustechnik Firma aus Natres VS setzt auf italienische Lehrlinge. Von den momentan 28 Lehrlingen, die sie ausbildet, kommen fünf aus dem Nachbarland.

Auch eine Haustechnik Firma aus Natres VS setzt auf italienische Lehrlinge. Von den momentan 28 Lehrlingen, die sie ausbildet, kommen fünf aus dem Nachbarland.

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Die Lehre absolvieren die jungen Italiener zwar im Oberwallis, in die Berufsschule gehen sie wegen der Sprache ins Tessin.

Die Lehre absolvieren die jungen Italiener zwar im Oberwallis, in die Berufsschule gehen sie wegen der Sprache ins Tessin.

Keystone/Karl Mathis

In Oberwalliser Handwerksbetrieben herrscht, wie vielerorts, akuter Lehrlingsmangel. Die Betriebe wissen sich jedoch zu helfen. Vermehrt setzen sie auf Lehrlinge aus Italien, wie das SRF-Regionaljournal berichtet. Die meisten Lehrlinge würden aus der Gegend um Domodossola kommen und dann im Wallis eine Schweizer Berufslehre absolvieren.

Lehre im Wallis, Berufsschule im Tessin

Ein Betrieb, der auf italienische Lehrlinge setzt, ist etwa die Haustechnik Firma Lauber Iwisa AG in Naters VS. Von den momentan 28 Lehrlingen die sie ausbildet, kommen fünf aus dem Nachbarland. Hinzu kommen mehrere italienische Angestellte, die im Wallis ihre Lehre absolviert haben und sich entschieden haben, hier zu bleiben.

Die Lehre absolvieren die jungen Italiener zwar im Oberwallis, in die Berufsschule gehen sie wegen der Sprache aber im Tessin. Eine teure Angelegenheit für den Kanton Wallis: Pro Lehrling und Lehrjahr müsste er dem Kanton Tessin 7800 Franken zahlen. Weil immer mehr Betriebe auf italienische Lehrlinge ausweichen, hat der Kanton Wallis nun gehandelt.

«Happiger Betrag»

«Wir haben in der Vergangenheit schon Teilkosten übernommen», sagt Jodok Kummer, der Stellvertretende Dienstchef für Berufsbildung Kanton Wallis. Die Situation der Firma Lauber Iwisa AG sehe jedoch anders aus. «Bei fünf Personen, die in einem Schuljahr ausserkantonal in die Schule gehen, sind das rund 40'000 Franken.» Kummer spricht von einem «happigen Betrag». Diesen könne der Kanton nicht übernehmen. Ausserdem würden diese Lehrlinge dann, in einer Walliser Berufsschule fehlen.

Die kantonale Dienststelle für Berufsbildung steht dem Trend darum skeptisch gegenüber. Der Kanton will das Engagement von jungen italienischen Lehrlingen nicht fördern.

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