Italienische Polizei zerschlägt Fälscherring
Aktualisiert

Italienische Polizei zerschlägt Fälscherring

Die italienische Polizei hat einen Fälscherring zerschlagen, der Flüchtlingen aus Osteuropa neue Identitäten verschafft hat.

70 Verdächtige wurden festgenommen, nach 65 weiteren wird noch gefahndet, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Einige der mutmasslichen Fälscher, darunter Mitarbeiter der Stadt Rom, bezahlten ältere Italiener dafür, Immigranten als ihre Kinder anzuerkennen. Andere stahlen die Identitäten von italienischen Staatsbürgern oder erfanden neue.

«In vielen Fällen wissen wir nicht, wer diese Immigranten wirklich sind», sagte der stellvertretende Polizeichef von Rom, Dania Manti, am Dienstag vor Journalisten. «Wir fanden eine Gruppe von 50 Leuten, die alle angaben, in einem Haus zu leben, das gar nicht existiert.» Viele der Flüchtlinge, die die gefälschten Identitäten gekauft hätten, lebten in Lagern der Sinti und Roma und seien vermutlich schon in andere italienische oder europäische Städte weitergezogen.

Die Behörden in Rom waren misstrauisch geworden, weil sich die Fälle häuften, in denen Väter nachträglich ihre Kinder anerkannten. In anderen Fällen kamen Italiener nach einem längeren Auslandsaufenthalt in die Heimat zurück und stellten fest, dass ihre Identitäten von anderen benutzt worden waren. Die Polizei konzentrierte sich bei ihrem Einsatz hauptsächlich auf Rom, ermittelt wurde jedoch auch in Mailand, Turin und Neapel. Die festgenommenen Ausländer stammten in der Mehrzahl aus Rumänien und dem früheren Jugoslawien.

(dapd)

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