Am helllichten Tag: Italienischer Rassist tötet zwei Afrikaner
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Am helllichten TagItalienischer Rassist tötet zwei Afrikaner

Auf offener Strasse hat ein 50-Jähriger in Florenz auf Strassenhändler geschossen. Er tötete zwei Senegalesen und verletzte drei weitere schwer. Auf der Flucht nahm er sich das Leben.

Einen Tag nach der Tötung von zwei afrikanischen Strassenhändlern in Florenz ist die italienische Polizei in Rom gegen eine Gruppe von Rechtsextremisten vorgegangen. Fünf Mitglieder der Gruppe «Militia» wurden festgenommen.

Gegen 16 weitere werde ermittelt, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Der Gruppe werde neben der Bildung einer kriminellen Vereinigung auch Anstiftung zum Rassismus vorgeworfen.

So sei in den von den Carabinieri sichergestellten Dokumenten etwa ein Plan für einen «Krieg gegen die Institutionen» gefunden worden, der zahlreiche Gewalttaten vorsehe. Im Visier der Extremisten standen unter anderem die jüdische Gemeinde der Ewigen Stadt und rumänische Mitbürger, wie es hiess.

Italienischer Rassist tötet zwei Afrikaner

Auf einem Markt in Florenz hat ein Rechtsextremist zwei senegalesische Strassenhändler getötet. Zudem hat der Schütze drei weitere senegalesische Einwanderer verletzt und sich anschliessend durch einen Kopfschuss getötet, als sich ihm Polizisten genähert hätten, teilte der Florentiner Staatsanwalt Giuseppe Quattrocchi am Dienstag mit.

Die Ermittler identifizierten den Attentäter als den 50-jährigen Gianluca C. Dem staatlichen Fernsehsender RAI zufolge war der Attentäter der Polizei bekannt, weil er an Demonstrationen einer rechtsextremen Gruppe teilgenommen habe.

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano verurteilte die «barbarische Tötung von zwei ausländischen Arbeitern» und nannte die Tat eine «blinde Explosion von Hass». In einer Erklärung rief er die italienischen Behörden und die Gesellschaft dazu auf, Intoleranz im Keim zu ersticken und die Tradition der Offenheit und Solidarität in Italien fortzusetzen.

Der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, beschrieb den Attentäter als einen «klar denkenden, verrückten und rassistischen Mörder», wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete. Florenz weine, sagte Renzi den Angaben zufolge.

Nach der Tat kam es zu einem spontanen Protestmarsch senegalesischer Einwanderer ins Stadtzentrum. Sie riefen: «Senegal, Senegal». (dapd)

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