«Junge Tat» - Italienischer Rechtsterrorist hatte Kontakt zu Schweizer Neonazi-Gruppe
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«Junge Tat»Italienischer Rechtsterrorist hatte Kontakt zu Schweizer Neonazi-Gruppe

Wie Überwachungsprotokolle der Mailänder Justiz zeigen sollen, hat ein italienischer Neonazi kurz vor seiner Verhaftung eine Wanderung mit Mitgliedern der Schweizer Neonazi-Gruppe «Junge Tat» unternommen.

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Vermummt posieren Mitglieder der Gruppierung «Junge Tat» auf der Allmend in Luzern. (Archivbild) 

Vermummt posieren Mitglieder der Gruppierung «Junge Tat» auf der Allmend in Luzern. (Archivbild)

Screenshot Telegram
Vermummte posieren mit einem Transparent und Pyros. (Archivbild)

Vermummte posieren mit einem Transparent und Pyros. (Archivbild)

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Darum gehts

  • Überwachungsprotokolle der Mailänder Justiz zeigen, dass ein italienischer Rechtsterrorist vor seiner Verhaftung die Schweizer Neonazi-Gruppierung «Junge Tat» besuchte.

  • Der Mann und seine Neonazi-Anhänger sollen vor deren Verhaftung mehrere Anschläge auf Migrantinnen und Migranten, Linke und «die Elite» geplant haben.

Bevor vier Rechtsextreme aus Mailand eine Anschlagsserie in Italien durchführen konnten, wurden sie am 16. Juni von italienischen Antiterroreinheiten verhaftet, wie der «Sonntagsblick» berichtete. Der Kopf der Gruppe soll kurz vor seiner Verhaftung Mitglieder der Schweizer Neonazi-Gruppierung «Junge Tat» besucht haben, wie Überwachungsprotokolle der Mailänder Justiz zeigen sollen, die der Zeitung vorliegen.

Der unter dem Decknamen «Breivik» agierende Mann, benannt nach dem Rechtsterroristen Anders Breivik, der 2011 beim Anschlag auf der norwegischen Insel Utøya 77 Menschen ermordet hatte, soll am 15. Mai nach Bern gereist sein, um eine gemeinsame Wanderung in ein «abgelegenes, bewaldetes Gebiet» zu unternehmen. Dabei wurde er von Sicherheitsbehörden beobachtet. Der Mailänder wollte in der Schweiz nicht nur Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen, sondern auch eine Waffe kaufen.

Zurück in Mailand solle er von den Aktivisten der «Jungen Tat» und ihren durch Kampftrainings gestählten Körpern geschwärmt haben, berichtet der «Sonntagsblick» weiter.

Anschlag auf muslimischen, schwarzen Mann geplant

Aus den Mailänder Justiz-Dokumenten soll weiter hervorgehen, dass die Ermittler die Vierergruppe der italienischen Neonazi-Zelle, die sich «Avanguardia Rivoluzionaria» nenne, als «ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Ordnung» einstuften. Diese plante kurz vor deren Verhaftung einen Anschlag auf einen muslimischen, schwarzen Mann. Dies sei aber nur der Anfang einer ganzen Serie von Anschlägen gegen Migrantinnen und Migranten, Linke und «die Elite» gewesen.

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Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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