Aktualisiert 11.06.2015 15:47

Gesundheitsrisiko

Italiens Aale haben ein schweres Koks-Problem

Nicht nur Menschen, auch Fische nehmen regelmässig Kokain zu sich – allerdings ungewollt. Für sie hat der Konsum gravierende gesundheitliche Folgen.

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fee
Koksende Menschen werden Aalen gefährlich.

Koksende Menschen werden Aalen gefährlich.

Mit Drogen ist das so eine Sache. Die einen finden nichts Schlimmes daran, andere hingegen möchten damit nie in Berührung kommen. Auf welcher Seite Aale stehen, lässt sich nur vermuten.

Fest steht aber, dass diejenigen, die im italienischen Sarno zu Hause sind, täglich Kokain konsumieren. Laut einer Studie passieren dort pro Tag 15 Gramm davon den Fluss. Das heisst: In jedem Liter sind rund 13 Nanogramm enthalten. Diese stammen unter anderem aus dem Urin menschlicher Konsumenten.

Unsichtbare Folgen sind am schlimmsten

Dass das für die Fische nichts Gutes bedeutet, berichten Forscher um Ida Ferrandino von der Universität Neapel Federico II im «Journal of Fish Diseases». Demnach ist die durch die Drogen hervorgerufene Hyperaktivität nur das offensichtlichste Problem.

Deutlich schwerwiegender sind jedoch die auf den ersten Blick unsichtbaren Folgen. So bringt das Kokain den Hormonhaushalt der Aale durcheinander und führt zu einer Verdickung von Haut und Darm. Die Menge des die Tiere umgebenden Schleims nimmt hingegen ab.

Das ist äusserst problematisch. Denn dessen Aufgabe ist es eigentlich, Krankheitserreger abzuhalten, Verletzungen abheilen zu lassen und Alarmduftstoffe abzusondern. Weiter hilft sie den Aalen dabei, passende Sexualpartner zu finden.

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