Aktualisiert 14.11.2011 16:56

Jeder 10. muss gehenItaliens grösste Bank schlingert in die Krise

UniCredit entlässt 5200 ihrer 62 000 Mitarbeitenden. Grund ist ein Mega-Verlust von über 10 Milliarden Euro, den die italienische Bank im dritten Quartal 2011 eingefahren hat.

Für den Verlust von über zehn Millionen Euro im 3. Quartal 2011 müssen über 5000 Mitarbeiter der italienischen UniCredit geradestehen.

Für den Verlust von über zehn Millionen Euro im 3. Quartal 2011 müssen über 5000 Mitarbeiter der italienischen UniCredit geradestehen.

Italiens grösste Bank UniCredit setzt nach einem Mega-Verlust von mehr als zehn Mrd. Euro im dritten Quartal zum Befreiungsschlag an. Das Kreditinstitut gab am Montag bekannt, eine Kapitalerhöhung im Volumen von 7,5 Mrd. Euro zu planen.

Diese Finanzspritze sei komplett durch ein Bankenkonsortium garantiert und solle im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden. Damit will der Mailänder Konzern, zu dem auch die Münchner HypoVereinsbank und die Wiener Bank Austria gehört, die strengeren Kapitalanforderungen erfüllen.

Im dritten Quartal habe es Firmenwert-Abschreibungen von rekordverdächtigen 9,6 Mrd. Euro und einen Verlust von 10,6 Mrd. gegeben. Schuld am Verlust von 10,6 Mrd. Euro im dritten Quartal seien die Abkühlung der Konjunktur weltweit, die europäische Schuldenkrise und die andauernden Finanzmarkt-Turbulenzen. Vor einem Jahr hatte die Bank im dritten Quartal noch einen Gewinn von 334 Mio. Euro ausgewiesen.

Abbau von 5200 Stellen

Um zu sparen, werde die Bank ihren Aktionären in diesem Jahr keine Dividende zahlen, kündigte Unicredit an. 5200 der 62 000 Stellen in Italien sollen bis 2015 wegfallen. Weltweit hat das Institut rund 160 000 Beschäftigte.

Um den Forderungen nach einer höheren Kernkapital-Quote nachzukommen, kündigte die Unicredit eine Kapitalerhöhung von 7,5 Mrd. Euro an. Die Grossbank benötigt nach Einschätzung der europäischen Bankenaufsicht (EBA) knapp 7,38 Mrd. Euro, um bis Juni kommenden Jahres eine Kernkapitalquote von 9,0 Prozent zu erreichen.

Die Unicredit gehört zudem zu den 29 vom Finanzstabilitätsrat (FSB) als systemrelevant eingestuften Banken. Sie müssen sich wegen ihrer Grösse und Bedeutung noch besser als andere gegen Pleitegefahren schützen. Die Unicredit hatte ihr Kernkapital bereits 2009 und 2010 verstärkt.

Die Bank zeigte sich trotz des herben Verlustes optimistisch: Im Jahr 2015 werde der Gewinn unterm Strich 6,5 Mrd. Euro betragen, teilte Unicredit mit. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Bank ein Plus von 1,323 Mrd. Euro. Zum Gewinnsprung beitragen sollen offenbar auch Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereichen. (sda)

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