Italiens Hybrid-Supersportler gegen Englands Powergeschoss
Im EM-Auto-Orakel trifft der McLaren Speedtail (Bild) auf den SF90 Stradale von Ferrari.

Im EM-Auto-Orakel trifft der McLaren Speedtail (Bild) auf den SF90 Stradale von Ferrari.

McLaren
Publiziert

EM-Auto-OrakelItaliens Hybrid-Supersportler gegen Englands Powergeschoss

Mit dem furiosen Final zwischen Italien und England geht das EM-Auto-Orakel in die letzte Runde. Furios sind auch die Hybrid-Sportwagen, die wir gegeneinander antreten lassen: der Ferrari SF90 Stradale und der McLaren Speedtail.

von
Isabelle Riederer / A&W Verlag

Italien – die elegante Sportskanone

Es dürfte unstrittig sein, dass Italien bei dieser Fussball-Europameisterschaft nicht nur zu den Favoriten auf den Turniersieg gehört, sondern auch zu jenen Teams, die den schönsten Fussball spielen – ausser sie verzögern mal wieder. Aber bleiben wir beim schönen Fussballspiel. Zugegeben, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber wenn es um schöne Autos geht, ist Ferrari mit seinen Ikonen ganz vorne mit dabei. Deswegen schicken die Azzuri auch ihr neustes Supermodell ins Rennen um den EM-Pokal, den Ferrari SF90 Stradale.

Der SF90 Stradale ist der erste Plug-in-Hybrid aus Maranello und macht mit seinen 1000 PS und einem maximalen Drehmoment von 800 Nm eine klare Ansage. Vier Motoren sind für die Power des Supersportlers verantwortlich, darunter der stärkste V8-Motor in der Geschichte Ferraris mit unglaublichen 780 PS. Die übrigen 220 PS stammen von drei Elektromotoren, zwei davon an der Vorderachse, der Dritte zwischen Verbrenner und dem Achtgang-Doppelkupplungs-Getriebe. Trotz der Kraft wiegt der SF90 Stradale lediglich 1570 Kilogramm, das macht ein Leistungsgewicht von 1,57 Kilo pro PS!

Der Ferrari SF90 Stradale ist der brandneue Hybrid-Supersportwagen aus Maranello.

Der Ferrari SF90 Stradale ist der brandneue Hybrid-Supersportwagen aus Maranello.

Ferrari
Der rote Superflitzer leistet 1000 PS und hat maximales Drehmoment von 800 Nm.

Der rote Superflitzer leistet 1000 PS und hat maximales Drehmoment von 800 Nm.

Ferrari
In 2,5 Sekunden schafft es der Hybrid-Flitzer von 0 auf 100 km/h.

In 2,5 Sekunden schafft es der Hybrid-Flitzer von 0 auf 100 km/h.

Ferrari

Um die Kraft des Hybridantriebs auch entsprechend auf die Strasse zu bringen, kommt der SF90 Stradale mit einem Allradantrieb daher. Aus dem Stand schafft es der rote Flitzer von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden, in 6,7 Sekunden sprintet der Super-Ferrari von 0 auf 200 km/h, bei 340 km/h ist dann aber Schluss. Der Name SF90 verweist übrigens auf das legendäre Formel-1-Rennteam, die Scuderia Ferrari, die Ende 2019 sein 90-jähriges Gründungsjubiläum feierte.

Ungewohnt für einen Ferrari sind die fehlenden Fanfaren aus der Auspuffanlage beim Drücken des Startknopfs. Der SF90 Stradale startet nämlich immer im Elektro-Modus – ganz ruhig und beinahe geräuschlos. Immerhin dürften sich die Nachbarn freuen, wenn sie morgens nicht mehr mit einer Explosion aus den Federn gerissen werden. Fun-Fact: Der Ferrari SF90 Stradale kann nur im elektrischen Modus rückwärts fahren, da dies über die Elektromotoren funktioniert. Einen Rückwärtsgang gibt es nicht, den hat Ferrari weggelassen um Gewicht zu sparen. Apropos sparsam: Den bisher stärksten Serien-Ferrari gibts ab 466'000 Franken.

England – der ultimative Supersportwagen

Nun aber zum englischen Supersportler im Kampf um den Europameistertitel: Der McLaren Speedtail. Das bisher schnellste Auto von McLaren ist wie sein italienischer Kontrahent ein Hybrid-Flitzer. Im Vergleich zur klassisch-eleganten Silhouette des Ferraris fällt der Speedtail durch seine tropfenförmige Karosserie auf. Eine Karosserie, die einzig und allein auf maximale Geschwindigkeit getrimmt ist.

Spektakuläre 1070 PS leistet der Speedtail. Dabei schöpft der Hypersportwagen aus Woking die Power aus dem Vierliter-V8-Biturbo, den man bereits aus dem McLaren Senna (800 PS) und 720S (720 PS) kennt. Der reine Verbrenner leistet im Speedtail 757 PS, dazu kommen noch 313 PS aus dem Elektromotor – macht unterm Strich 1070 PS Systemleistung. Das zeigen auch die Karbonabdeckungen der Vorderräder. Sie sorgen dafür, dass die Luft neben den Rädern nicht verwirbelt – die Hauben drehen sich bei der Fahrt nicht mit. Ausserdem hat der Speedtail keine Aussenspiegel, sondern kleine ausfahrbare HD-Kameras.

Der McLaren Speedtail ist wohl einer der aussergewöhnlichsten Hybrid-Supersportwagen, die je gebaut wurden.

Der McLaren Speedtail ist wohl einer der aussergewöhnlichsten Hybrid-Supersportwagen, die je gebaut wurden.

McLaren
Der Supersportler leistet 1070 PS und ist damit das schnellste Modell in der Firmengeschichte McLarens.

Der Supersportler leistet 1070 PS und ist damit das schnellste Modell in der Firmengeschichte McLarens.

McLaren
Die 1070 PS stammen aus zwei Motoren, einem V8-Biturbo mit 757 PS und einem Elektromotor mit 313 PS.

Die 1070 PS stammen aus zwei Motoren, einem V8-Biturbo mit 757 PS und einem Elektromotor mit 313 PS.

McLaren

Durch das niedrige Trockengewicht von nur 1430 Kilo soll der Speedtail in nur 12,8 Sekunden von 0-300 km/h beschleunigen. In 3,0 Sekunden knackt der Hecktriebler die Hundertermarke. Die Top-Geschwindigkeit beim Speedtail liegt bei 403 km/h. Das Leistungsgewicht des englischen Hybrid-Flitzers liegt bei 1,33 kg pro PS.

Wie bei seinem Vorgänger, dem McLaren F1, ist der Speedtail ein Dreiplätzer. Der Fahrer sitzt in der Mitte, die beiden Beifahrer rechts und links daneben. Muss man mögen, da für viele schon ein Beifahrer nervig sein kann. Der McLaren Speedtail ist auf 106 Stück limitiert und alle sind bereits verkauft – die ersten Modelle wurden anfangs 2020 ausgeliefert. Ein Exemplar kostete übrigens 2,5 Millionen Schweizer Franken. Im Preis inbegriffen immerhin ein massgeschneidertes Kofferset. Auf Wunsch konnte man das Logo auf der Kühlerhaube auch in Weissgold oder Platin haben für ein kleinen Aufpreis von 56'000 Franken. So viel Extravaganz leistet sich Ferrari nur bei der Auswahl ihrer Kunden. Denn die meisten Superschlitten aus Maranello dürfen sich nur wahre Ferraristi kaufen, die das eine oder andere rote Powerrösschen im Stall stehen haben. Bei McLaren ist das anders: Wer die Kohle hat, darf kaufen.

Prognose

Bei den Leistungsangaben muss sich der Ferrari SF90 Stradale dem McLaren Speedtail geschlagen geben. Bei der Optik schneiden beide gleich fulminant ab. Der Ferrari ist und bleibt eines der elegantesten und sportlichsten Strassenautos und der Speedtail beeindruckt nicht nur durch seine aussergewöhnliche Form, sondern auch mit seinen 5,14 Metern Länge. Es wird knapp zwischen den beiden Fussball- und Autonationen, doch am Ende gewinnt der McLaren Speetail. Warum? Weil so viel Überschwänglichkeit, Power und der ultimative Heimvorteil, den Tifosi und dem Super-Ferrari die Luft ablassen. Kurzum: England gewinnt mit 3:1 gegen Italien und holt den «Fussball» endlich zurück nach Hause!

Was denkst du: Wer würde dieses Auto-Duell gewinnen? Und wer gewinnt den Match heute Abend?

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

42 Kommentare