Ittiger Jugendliche: Hohes Armutsrisiko
Aktualisiert

Ittiger Jugendliche: Hohes Armutsrisiko

Die Gemeinde Ittigen schlägt Alarm: Die Jugendarmut hat massiv zugenommen, das Sozialamt ist hoffnungslos überlastet. Ähnlich düster sieht die generelle Situation im Kanton Bern aus.

Der Hilferuf von Ittigens Gemeindepräsident Beat Giauque ist eindringlich: «Wir brauchen unbedingt mehr Unterstützung vom Kanton.» Bis zu sechs Monate beträgt die Wartefrist bei den Beschäftigungs- und Integrationsangeboten der Gemeinde. Die Sozialhilfefälle haben im vergangenen Jahr massiv zugenommen. Der Ausländeranteil ist hoch – aber am deutlichsten ist die Steigerung um fast ein Drittel in der Altersgruppe von 1 bis 17 Jahren. «Dabei müsste man das Armutsrisiko besonders bei den Jungen bekämpfen», sagt Giauque. Sonst kämen diese den Staat als lebenslange Sozialrentner teuer zu stehen.

Im Kanton Bern leben rund sechs Prozent der Jugendlichen von der Sozialhilfe. 70 Prozent von ihnen haben keine Ausbildung oder Lehre abgeschlossen. Am meisten Fürsorgeabhängige gibt es in den Städten und Agglomerationsgemeinden.

«Klagen wie die aus Ittigen hören wir öfters», sagt André Gattlen vom kantonalen Sozialamt, «aber zusätzliche Massnahmen liegen im Moment nicht drin.» Da das Parlament die Sparbremse angezogen habe, könnten viele Integrationsprojekte nicht bewilligt werden.

Patrick Marbach

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